Samstag, 7. November 2026

SIFO

 



Kennt Ihr die SIFO (Small Intestinal Fungal Overgrowth)?

Bei bis zu 34 % der SIBO-Patienten liegt gleichzeitig eine SIFO vor. Werden bei chronischen Magen-Darm-Beschwerden nur Bakterien behandelt, wird das Problem oft nur zur Hälfte gelöst. Denn SIFO wird meist verursacht durch Candida spp..

Typische Leitsymptome:
- Blähungen kurz nach zuckerreichen Mahlzeiten,
- Heißhunger auf Kohlenhydrate und Übelkeit.

Der Teufelskreis ist perfekt:
- Erhöhter Blutzucker dient Candida als direktes Wachstumssubstrat.
- Die resultierende Pilzüberwucherung aktiviert wiederum eine Th17-vermittelte Immunreaktion, welche systemische Entzündungen fördert und die Insulinresistenz weiter verschärfen kann.

Gleichzeitig hemmen Candida-Metaboliten gezielt die Diaminoxidase (DAO).

Candida albicans triggert zudem Mastzellen zur direkten Ausschüttung von Histamin und proinflammatorischen Zytokinen. Bei therapieresistenter HIT sollte daher immer an SIFO gedacht werden.

Und zum Schluss kommt noch "Brain Fog" und das Auto-Brewery Syndrome hinzu:
Hierbei fermentieren Hefepilze im Darm Kohlenhydrate zu Ethanol und zelltoxischem Acetaldehyd. Betroffene erleben Symptome einer Alkoholvergiftung, völlig ohne Alkoholkonsum.

Risikofaktoren:
a) Antibiotika
b) Magensäureblockade durch Protonenpumpenhemmer (PPI)
c) GLP-1-Agonisten (wie Semaglutid/Ozempic®)
d) Kortison und Immunsuppresiva
Funktionelle, strukturelle und systemische Risikofaktoren
a) Gastroparese, Kurzdarmsyndrom, Zustand nach Kolektomie und andere Motilitätsstörungen
b) Schlecht eingestellter Diabetes mellitus,
c) HIV-Infektion,
d) hämatologische Malignome
e) Organtransplantationen
f) Mangelernährung und schwere Grunderkrankungen

Bei Ozempic und Co. wird die Magenentleerung und intestinale Motilität stark verzögert, was sich auf die Verdauung auswirkt.

Mehr Informationen findet Ihr in diesem Artikel: 
Pilze im Dünndarm: SIFO – ein unterschätztes klinisches Phänomen

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