Vielen MCAS-Betroffenen ist oft nicht klar,
Facebook: Adrenalin bei MCAS
Vielen MCAS-Betroffenen ist oft nicht klar,
Viele Studien zu Post Covid und ME/CFS tragen einen eklatanten Widerspruch in sich: Eine klinische Studie kann nicht patientenzentriert sein, wenn die am stärksten betroffenen Menschen nicht daran teilnehmen können.
Seitdem die Tochter einer Freundin einige Jahre fälschlicherweise auf ME/CFS diagnostiziert wurde, was sie fast ihr Leben kostete, beschäftige ich mich auch mit der Ausschlussdiagnostik, die weder bei ME/CFS noch bei MCAS in der notwendigen Ausführlichkeit durchgeführt wird.
Die Tochter hatte Myasthenia Gravis, was erst geglaubt wurde, als sie nach über einem Jahr mit Magensonde und Rollstuhl eine schwere, lebensgefährliche Krise hatte. Erst dann erhielt sie die adäquate Medikation.
Bei einer jungen Nachbarin, bei der lange Post Covid vermutet wurde und die im Garten mehrmals zusammenbrach (und deswegen im Krankenhaus landete), fand ein vierter Arzt heraus, dass die Schilddrüse nie richtig kontrolliert wurde. Durch die Covid-Erkrankung entwickelte sich eine Hashimoto-Erkrankung. Seitdem sie die Schilddrüsenhormone bekommt, ist sie wieder ein anderer Mensch.
Natürlich können solche Erkrankung auch begleitend oder als Folge zu Post Covid, MCAS oder ME/CFS auftreten.
Ich z.B. hatte begleitend zu ME/CFS und MCAS
- eine chronische EBV und Herpes Zoster Erkrankung (nach 22 Jahren entdeckt)
- starke Nebenwirkungen eines Antidepressivums, durch das ich über 19 Jahre lang täglich Krampfanfälle hatte (nach 19 Jahren entdeckt)
Des Weiteren leide ich neben vielen anderen Begleiterkrankungen heute noch unter:
- einer Schilddrüsenunterfunktion
- chronischen Gastritis und Speiseröhrenentzündung
- exokrinen Pankreasinsuffizienz
- einer leichten Schlaf-Apnoe (Zufallsbefund)
- Laktose- und Fructoseintoleranz
M.E. ist es ist grob fahrlässig, die Ausschlussdiagnostik zu vernachlässigen. Denn entscheidend ist bei multisystemischen Erkrankungen auch eine multisystemischer Ansatz, bei dem jedes Puzzelteil seinen Beitrag zur Linderung beitragen kann.
Ähnliche Symptome wie ME/CFS weisen u.a. folgende Erkrankungen auf, die jedoch
auch als Begleiterkrankung von ME/CFS auftreten können:[i]
1. Chronische Infektionen wie Hepatitis oder Lyme-Borreliose
2. Schilddrüsenerkrankungen
3. Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn
4. psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
5. neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose oder Myasthenia Gravis
6. Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder das Sjögren-Syndrom
7. Krebs
8. Blutarmut (Anämie)
9. Nebenwirkungen von Medikamenten wie Antidepressiva
10. Schlafstörungen wie eine Schlafapnoe
11. chronische Schmerzerkrankungen
12.
schädlicher Drogen- oder Alkoholkonsum
Bei einer MCAS-Diagnostik wiederum müssten folgende Erkrankungen abgeklärt werden[i]:
1. Diabetes mellitus
2.
Porphyrie
3.
Hereditäre Hyperbilirubinämien
4.
Schilddrüsenerkrankungen
5.
Morbus Fabry
6.
Helicobacter-positive Gastritis
7.
Infektiöse Enteritis
8.
Parasitosen
9.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
10. Laktose- oder
Fruktoseintoleranz
11. Mikroskopische
Colitiden
12. Amyloidose
13. Briden,
Volvulus u. ä
14. Hepatitis
15. Cholecystolithiasis
16. Dunbar-Syndrom
17. Carcinoidtumor
18. Phäochromozytom
19. Pankreatische
endokrine Tumoren
20. Primäre
gastrointestinale Allergien
21. Hypereosinophiles
Syndrom
22. Hereditäres
Angioödem
23. Vaskulitis
24. Intestinale Lymphome
Eine Studie macht es deutlich. Ca. 25 Prozent aller ME/CFSler leiden auch unter einer Mastzellaktivierung - unabhängig, ob diese primär oder sekundär ist:
Vor einigen Wochen informierte ich über die Rapid Elapse Studie bei Post Covid.
Dort wird Bupropion über 56 Tage getestet - in der Hoffnung, die Erschöpfung zu lindern:
Post Covid: Die Rapid Elapse-Studie mit Bupropion
Ich selbst sehe die Studie sehr skeptisch. Aber ich bin nach all den Jahren der Psychiatrisierung überzeugt, dass ME/CFS und Post Covid nicht mit Antidepressiva geheilt werden können. Da ich selbst unter einer sehr hohen Krampfanfälligkeit leide und zudem früher unter Anorexie litt, wäre Bupronion für mich auch absolut kontraindiziert.
Aufgrund der wachsenden Verzweiflung eines Probanden habe ich mich trotzdem tiefergehend mit dem Thema beschäftigt - und einen Grund gefunden, warum dieses Medikament für manche Menschen absolut nicht geeignet sein kann.
Bupronion gilt bei MCAS und Histaminintoleranz als unverträglich - und steht auf der Liste der zu vermeidenden Medikamente:
https://www.histamined.com/post/medications-to-avoid-with-mcas
Angesichts der Tatsache, dass ein sehr hoher Anteil von Post Covidlern gleichzeitig ein (sekundäres) Mastzellproblem haben dürfte, wächst meine Skepsis hinsichtlich der Studie zunehmend.
Bitte achtet gut auf Euch!
Anbei ein Podcast zur Magellan-Studie bei MCAS, die von Dr. Nina Kreddig angeleitet wurde.
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