Sonntag, 25. Oktober 2026

Manche Bewegungen können bei POTS kritisch sein


Achtung bei orthostatischer Intoleranz oder POTS bei diesen Bewegungen:
- Dehnübungen des Oberkörpers im Stehen
- Arme über den Kopf heben (Haarewaschen, Föhnen, Geschirr in hohen Schränken verstauen etc.)

Hintergrund:
Forscher der Universität Calgary haben herausgefunden, dass POTS-Patienten zu einem erheblichen Blutdruckabfall neigen, wenn sie während einer 15-sekündigen Dehnung des Oberkörpers die Arme nach oben strecken.

Sie stellten fest, dass dies auf einen Rückgang des Schlagvolumens (die Menge an Blut, die das Herz bei jedem Schlag pumpt) zurückzuführen ist und nicht auf einen Rückgang des peripheren Gefäßwiderstands (ein Mechanismus, der traditionell mit durch Dehnung ausgelöster Synkope in Verbindung gebracht wird).
Ähnliche Durchblutungsveränderungen können bei Patienten auftreten können, denen schwindelig wird, wenn sie ihre Arme über den Kopf heben. Dies sind Aktivitäten, die POTS-Patienten und andere Patienten mit Dysautonomie seit Jahren als Auslöser ihrer Symptome angeben.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Ich selbst leide zwar nicht an POTS, aber an einer leichten orthostatischen Intoleranz. Nun weiß ich wenigstens, warum ich Föhnen so unendlich anstrengend empfinde.

Samstag, 24. Oktober 2026

Interview-Aussage: Forschungsdekade zu postinfektiösen Erkrankungen ohne Psychosomatik als Schwerpunkt


Matthias Hauer (MdB) machte in einem Interview sehr klar, dass sich die Forschungsdekade für Post Covid und ME/CFS am Stand der Wissenschaft ausrichtet. Psychosomatik soll daher keinen Schwerpunkt erhalten.  

Wir können nur hoffen, dass dieses Versprechen auch umgesetzt wird. Bisher sah das anders aus. 

The "October slide"

 



Einen interessanten Artikel passend zu diesem Monat habe ich vor einigen Tagen erhalten:

Mir war bisher nicht bewusst, dass es für das Phänomen der Krankheitsverschlechterung im Oktober im Englischen bereits einen Namen gibt.

Die Wissenschaft hat für dieses Phänomen noch keine zufriedenstellenden Antworten gefunden.

Was ME und Long COVID betrifft, so gibt es bisher nur eine Handvoll Studien, die Zusammenhänge zwischen Wetter und diesen Krankheiten sowie verwandten Krankheiten wie Fibromyalgie festzuhalten. 

Eine Studie aus dem Jahr 2024, in der 58 Frauen mit ME in der Gegend von Birmingham, Alabama, untersucht wurden, zeigte, dass Wetterbedingungen, die die Luftverschmutzung am stärksten mit Verschlechterungen der Symptome korrelierten - nicht mit Temperatur, Tageslicht oder barometrischem Druck. Selbst wenn die Luftverschmutzung im Allgemeinen als akzeptabel angesehen wurde, berichteten die Patienten an Tagen mit schlechterer Luftqualität immer noch über mehr Symptome.

Chloe Lisette Jones, eine Ärztin für klinische Neuropsychologie und eine der Autoren dieser Studie, sagte, sie sei überrascht, ein so starkes Signal zwischen Luftqualität und selbstberichteten Messungen von Schmerzen und Müdigkeit zu sehen. Sie sagte auch, sie sei besorgt, dass es mit dem Klimawandel extremere Wetterschwankungen und Naturkatastrophen geben wird, die die Verwundbarkeit von kranken und behinderten Menschen erhöhen werden.

Für andere wiederum kann es die Schimmelproblematik sein, da sich die Schimmelpilze im Herbst im Freien verändern oder mit anderen gefährlichen Chemikalien in der Umwelt interagieren.

Und Dritte wiederum fühlen sich im Winter besser. Hier stellen manche fest, dass der ständige Lärm von Rasenmähern und anderen Hofgeräten während der wärmeren Monate für eine starke Belastung sorgt. 

Auf der anderen Seite haben Vierte wiederum im kalten Winter Probleme aufgrund des zusätzlichen Energiebedarfs durch kalte Winde, Eis und Schnee.

Ich selbst habe meine besten Zeit immer in der Zeit von April bis September, was eindeutig an der Wärme liegt. Meine Muskeln sind dann weicher, ich trage nicht so schwere Jacken und ich kann länger draußen verweilen, was mir einfach gut tut. Gleichzeitig gebe ich jedoch auch zu, dass die vielen lauten Motorräder in der Zeit mich manchmal sehr belasten.

Ab Herbst wiederum machen meine Muskeln oft dicht, v.a. bei feuchtem Wind, der durch die Haut kriecht. Der Energieaufwand ist zudem sehr viel höher während eines Spaziergangs - und ich muss mich sehr warm anziehen. Die Ruhe wiederum, die auf den Straßen einkehrt, genieße ich sehr.

Am schlimmsten jedoch sind für mich Stürme und Gegenwind. Dann schlagen meine Mastzellen Alarm.


Wie ergeht es Euch?

Hausärzte warnen vor neuer Regelung der ePA


Die ePA, ein leidiges Thema.

Gut gemeint, gerät sie schon seit Beginn an nur in Verruf - leider zu Recht m.E.
Da ich in meinem Leben fünf Jahre lang mit eingefleischten, von mir sehr geschätzten Computer Chaos-Gründern zusammenarbeitete, setze ich viel auf das Urteil der Mitglieder dieses Vereins. Und dieses ist nach wie vor desolat:
Gleichzeitig habe ich mich eine Zeitlang intensiv mit der Digitalisierung der Medizin auseinandergesetzt. Ein Autor fand die richtigen Worte: Wer eine digitale Akte im altbackenen Sinn generiert, in der einfach ein Bericht nach dem anderen "abgelegt" wird ohne eine klug programmierte Suchfunktion und Co, der wird den meisten Patienten keinen Mehrwert liefern. Kein Arzt und auch kein Krankenhaus hat die Zeit, sich durch einen Wust von Berichten zu wühlen, um den zu finden, der für sie wichtig ist.

Der Knackpunkt, der mich persönlich am meisten beschäftigt(e):
Die ePA bietet bisher nur Kassenärzten und -Patienten die Möglichkeiten, ihre Diagnosen, Medikamente etc. abzuspeichern.

Da ich jedoch z.B. aufgrund meiner komplexen Erkrankungen auch von Privatärzten behandelt werde, die mir natürlich auch Medikamente und NEMs verschreiben, wäre es für mich ein immenses Risiko, wenn nur die "Kassensicht" im Notfall im Zugriff wäre. Vor einigen Monaten musste ich erleben, wie ein Vertretungsarzt die Laborergebnisse des Biovis-Labors zerriss, weil er ihnen nicht glaubte.
Darüber hinaus hat kein einziger meiner Ärzte wirklich einen Überblick, was ich alles nehme - zu fachübergreifend, zu komplex, zu stark schwankend.

Ich habe zudem erlebt, wie mein Schwiegervater einen falschen Medikamentenplan von seiner Hausärztin erhielt, der von der Krankenhausempfehlung stark abwich. Im Nachhinein war es ein Schlampigkeitsfehler einer MTA und Desinteresse der Ärztin. Ihn hätte es fast das Leben gekostet, wenn nicht der Pflegedienst genauer hingeschaut hätte und danach auch auf einen neuen Hausarzt gedrängt hätte.

Nun kommt auch noch der Vertrauensverlust hinzu. Ich möchte nicht, dass meine Krankenkasse meine Akte kennt - nicht solange ich nicht weiß, was mit meinen Daten geschieht. Datenschutz ist ein heikles Thema, das zurzeit massiv unter Beschuss steht.

Ich weiß, dass die Leopoldina in ihrer Bekanntgebung zu ME/CFS und Post Covid darauf gedrängt hat, dass Daten gesammelt werden sollen. Es gibt sicherlich Gründe, die dafür sprechen. Solange jedoch die meisten Kassenmediziner ME/CFS weder kennen noch diagnostizieren noch ernstnehmen, ist das ein Eigentor, das v.a. den Patienten selbst schaden wird.

Oder anders ausgedrückt:
Welche Daten werden denn erwartet? Große Blutbilder, die nichts aussagen?

Um wirklich sinnvolle Daten zu erhalten, müsste man
- zuerst die Ärzte schulen und
- diese besser bezahlen, damit sie sich in die komplexe Materie der ME/CFS und MCAS einarbeiten können
- auch die Privatärzte einbeziehen, die zzt v.a. die ME/CFS- und Post Covid-Patienten behandeln.

Daher setze ich auf meine eigene Notfallakte - sowohl digital auf einer Notfallkarte als auch in Präsenz auf Papier.

Achtet gut auf Euch!

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Die Rosetta-Stone-Studie

 



Ein sehr guter und aufschlussreicher Vortrag sowie eine kurze Fragerunde mit Professor Danny Altmann beim jüngsten PRIME-Symposium:
 
Altmann fasste seine Gedanken zu aktuellen Veröffentlichungen und Erkenntnissen in der Long-Covid-Forschung zusammen und erklärte,
- warum Wissenschaftler „besser arbeiten“ müssen,
- dass ME/CFS und Long Covid komplexe Erkrankungen ohne einfache Antworten seien und
- dass ME/CFS und Long Covid gemeinsam untersucht werden sollten
 
Hinsichtlich der Notwendigkeit einer besseren Qualität bei wissenschaftlichen Studien und bisher fehlenden Standards ist er mit Prusty einer Meinung:
Die diesjährigen Konferenzen (Berlin, Amsterdam) ließen zudem anhand der ernüchternden Ergebnissen ähnliche Schlussfolgerungen zu.

Darüber hinaus erläutert Altmann die Rosetta-Stone-Studie.

Das Projekt zielt darauf ab, fortschrittliche molekulare Analysen bei aufeinander abgestimmten Kohorten von ME/CFS- und Long-Covid-Patienten sowie bei gesunden Kontrollpersonen anzuwenden. Ähnlich wie der historische Rosetta-Stein versucht die Studie, eine Krankheit anhand der Erkenntnisse aus der anderen zu entschlüsseln, was möglicherweise zu schnelleren Durchbrüchen führen könnte. Das Team möchte Biomarker, Mechanismen, Diagnosewerkzeuge und zukünftige Therapieansätze aufdecken.
 
Für Professor Altmann stehen dabei vier wesentliche wissenschaftliche Komponenten im Vordergrund:

A) Proteomik – Identifizierung von Protein-Biomarkern im Blut, die Aufschluss über Mechanismen geben und zu klinischen Diagnosetests führen könnten
B) Autoimmunitätsprofilierung – Nachweis von Autoantikörpern, die möglicherweise durch Infektionen ausgelöst werden und chronische Erkrankungen begünstigen
C) Analyse des Darmmikrobioms – Sequenzierung der Stuhlproben der Teilnehmer zur Identifizierung einer Dysbiose und ihrer Auswirkungen auf das Immunsystem und Entzündungsprozesse
D) Zellstoffwechsel – Untersuchung, inwiefern sich Zellen betroffener Personen hinsichtlich Energieverbrauch und Stoffwechselunterschieden unterscheiden

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Dienstag, 20. Oktober 2026

ME/CFS: Fact Sheet für Schwer- und Schwersterkrankte

 


In Großbritannien hat das Science for ME-Forum zusammen mit Professor Jonathan Edwards ein Fact Sheet erarbeitet, um das die Besonderheiten von strengen und sehr strengen ME/CFS zu verdeutlichen.

Das Fact Sheet umfasst
- medizinische Versorgung,
- Pflege zu Hause,
- Behindertenbewertung,
- Verhinderung von Verschlechterung und
- Ernährungsunterstützung einschließlich künstliche Ernährung

Umfrage: Wie erleben Betroffene die Reaktionen anderer und wie gehen sie damit um?

 


Am Tag der unsichtbaren Behinderungen eine Befragung von Menschen mit chronischen körperlichen Erkrankungen zu unsichtbaren Symptomen im Alltag:

Wie erleben Betroffene die Reaktionen anderer und wie gehen sie damit um?

Macht gern mit!

Hilfestellungen für den Pflege-Antrag


Mit meinem Aufruf, bei Bedarf unbedingt noch in diesem Jahr einen Pflege-Antrag zu stellen, möchte ich natürlich niemanden allein lassen. 

Daher hier noch einige hilfreiche Hinweise: 

a) Pflegestützpunkte und Pflegeberater 

unterstützen Euch beim Pflegeantrag. 

Pflegestützpunkte wurden von den Kranken- und Pflegekassen auf Initiative eines Bundeslandes oder einer Kommune eingerichtet und bieten Hilfesuchenden Beratung und Unterstützung. Dort arbeiten auch die PflegeberaterInnen der Pflegekassen. Über deren Rolle findest Du hier mehr Informationen. 

Über folgende Suchmaske könnt Ihr einen Pflegestützpunkt in Eurer Nähe finden: 
https://www.zqp.de/beratung-pflege/#/home

b) Pflegewaechter.de, assistenz4you.de

Es gibt auch die virtuelle Unterstützung, z.B. von pflegewaechter.de, über die ich bereits berichtete: 
Pflegewaechter.de bietet Unterstützung 

Dort findest Du auch einen Online-Test, mit dem Du vorab grob überprüfen kannst, ob Dir überhaupt ein bzw. welcher Pflegegrad zusteht: Pflegegrad-Test

Auch andere Anbieter wie assistenz4you.de helfen gern weiter. 
Und auch die Initative sozialhummel bietet eine monatliche Sprechstunde an. 

c) Sozialverbände 

Grundsätzlich unterstützen natürlich auch der VdK oder SoVDK 
(wobei ich zugebenermaßen mit dem VdK Hamburg keine wirklich guten Erfahrungen auf anderen Gebieten hatte) 

d) Pflegetagebuch 

Zu diesem Thema schrieb ich bereits einen Beitrag: Wie führe ich ein Pflegetagebuch?, der nach wie vor aktuell ist. 

Vorlagen für ein Pflegetagebuch, das ganz klar auf ME/CFS ausgerichtet ist und damit eine unfassbar wertvolle Hilfestellung bietet, findest Du über folgenden link: https://mecfs-help.de/

e) Pflegeantrag 

Auf https://mecfs-help.de/ findest Du ein Formular, mit dessen Hilfe Du den Pflegeantrag stellen kannst. Leichter geht es kaum!  

f) Unterlagen, die beigelegt werden sollten 

  • Medizinische Gutachten und Berichte.
  • Bestätigungen über Krankenhausaufenthalte oder Rehabilitationsmaßnahmen.
  • Nachweise über durchgeführte Pflegeleistungen.

  • Je ausführlicher, je mehr, desto besser! 

    Mit diesem Beitrag hast Du nun alle notwendigen Informationen an der Hand, um den Antrag vorzubereiten. Viel Glück!! 

    Was bei dem Gutachtertermin zu beachten ist, werde ich demnächst erläutern! 

    Die Pflegereform naht: Was bedeutet das für Dich?



    Sehr viele Menschen, die an ME/CFS oder Post Covid etc. erkrankt sind, sind pflegebedürftig. Sie alle werden durch die Pflegereform beeinflusst werden. Im welchem Ausmaß Du betroffen bist, hängt von Deinem aktuellen Status ab:

    1) Du hast bereits einen Pflegegrad

    Zuallererst:
    Es gilt Bestandsschutz. Den bereits genehmigten Pflegegrad kann Dir aufgrund der Reform niemand aberkennen.

    a) Pflegegrad 1:
    Der Gesetzentwurf sieht vor, den monatlichen Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro zu streichen. Das betrifft v.a. diejenigen, die mit dem Geld bislang eine anerkannte Alltagshilfe, Betreuung oder Unterstützung im Haushalt finanzieren. Auch bei bereits anerkanntem Pflegegrad 1 soll die Erstattung wegfallen. Die Einstufung bleibt jedoch bestehen.

    Wichtig!
    Im Heim gilt eine andere Regel: Wer dort im Jahr 2026 den Zuschuss von 131 Euro bezogen hat, soll ihn behalten. Bewohner mit Pflegegrad 1, die erst ab 2027 einziehen, bekämen ihn nicht mehr.

    Vorgesehen ist, statt des Entlastungsbetrags bei Pflegegrad 1 eine fachliche Pflegebegleitung als Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Der Haken an der Sache: Dieser Anspruch auf eine ständige Pflegebegleitung beginnt erst am 1. Januar 2029, also zwei Jahre nach dem geplanten Wegfall der 131 Euro.

    b) Pflegegrad 2 bis 5:
    Wer Pflegegrad 2 bis 5 bezieht, soll bei einzelnen Leistungen mehr bekommen. 

    Z.B.
    - anerkannte Alltagshilfen: 175 statt bisher 131 Euro im Monat, bei Pflegebedürftigen unter 25 Jahren bis zu 300 Euro.
    - Pflegegeld bei Pflegegrad 2: 380 Euro statt bisher 347 Euro monatlich.

    Es gibt jedoch auch hier einen Haken:
    Aus dem höheren Pflegegeld müssen künftig auch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch oder eine privat organisierte Vertretung bezahlt werden, für die es heute eigene Töpfe gibt.

    c) Du möchtest bzw. musst einen Verschlechterungsantrag stellen:
    Dann mach‘ das unbedingt noch in diesem Jahr. Denn der neue Gesetzesentwurf, der ab 1. Januar 2027 gelten wird, wird den
    Zugang zu einem Pflegegrad grundsätzlich erschweren.

    Ganz konkret heißt das:
    Pflegegrad 1 soll erst ab 15 statt 12,5 Punkten beginnen,
    Pflegegrad 2 ab 30 statt 27 und
    Pflegegrad 3 ab 50 statt 47,5 Punkten.

    D.h. Du könntest im nächsten Jahr niedriger eingestuft werden. Zudem sollen Pflegegrade häufiger befristet werden, wenn eine Besserung möglich erscheint. Das wiederum entscheidet der Gutachter.
     

    2) Du hast noch keinen Pflegegrad, benötigst jedoch dringend einen

    Auch dann gilt:
    Bitte stell‘ den Pflegeantrag unbedingt noch in diesem Jahr. Denn der erschwerte Zugang zur Pflege (und die Erhöhung der notwendigen Punktzahl für die einzelnen Pflegegrad) gilt auch für Neuanträge.

    D.h. Du könntest im nächsten Jahr niedriger eingestuft werden oder keinen Pflegegrad erhalten, obwohl die Punkte in diesem Jahr ausgereicht hätten. Auch die mögliche Befristung gilt. 

    Darüber hinaus soll von Januar bis Ende April 2027 die übliche Bearbeitungsfrist von 25 Arbeitstagen ausgesetzt werden (für besonders dringende Fälle gelten Ausnahmen, wie auch für die Sonderfristen).

    Wie man einen Pflegeantrag stellt und was dabei zu berücksichtigen ist, werde ich in einem anderen Beitrag erläutern.

    Quelle: 
    https://www.buergergeld.org/news/pflegereform-beschlossen-was-sich-aendert-und-wen-es-trifft/, https://www.buerger-geld.org/news/pflege/131-euro-entlastungsbetrag-bei-pflegegrad-1-soll-2027-entfallen-gilt-das-auch-fuer-altfaelle/ 

    Montag, 19. Oktober 2026

    EMS ist nicht PEM-neutral

     



    Yannick Loth veröffentlichte vor einigen Tagen einen recht guten Artikel zu EMS.

    Ich versuche es ein wenig zusammenzufassen:

    Bei ME/CFS bieten manchen Behandler EMS als „passive Übung“ an für die Menschen, die nicht trainieren können.

    Eigentlich klingt es perfekt:
    Bei EMS zieht ein Gerät Ihre Muskeln für Dich zusammen. 
    Du musst Dich dabei nicht bewegen - und keine Energie investieren.

    Aber auch elektrische Stimulation provoziert bei höheren Intensitäten ein Mikrotrauma der gleichen Art wie freiwillige Bewegung - und treibt damit die gleiche Schädigung der Entzündungskaskade, die auf übungsinduzierte Muskelschäden folgt. PEM/ PENE ist daher möglich.

    Niedrigintensive Stimulation wiederum, die zur Durchblutung oder Atrophieprävention verwendet wird, könnte wiederum in einer Dosis hilfreich sein, die ein dekonditionierter Patient tolerieren kann. Aber wo der Grenzwert liegt, weiß kein Mensch - u.a. weil es einfach keine Studien gibt.

    Yannick Loth gibt daher folgende Empfehlung ab:
    Wenn Du es testen möchtest, betrachte eine Intervention mit EMS als Kraftanstrengung und berechne diese in Deinen Pacing-Plan bzw. Deine Löffelliste mit ein.

    Die Dosis wiederum wird von Deinem Behandler festgelegt. Aber Du kannst verlangen, dass Intensität, Dauer und Häufigkeit auf einem sehr niedrigen Level ausprobiert wird.

    Achte dabei sowohl auf die sofortigen als auch die verzögerten Reaktionen. Und vereinbare im Voraus eine Stoppregel: Wenn sich irgendetwas ungut anfühlt oder später PEM eintritt, stoppe sofort und teste es nicht erneut in dieser Dosis, sondern höchstens niedriger.

    Ich selbst kann folgende Erfahrungswerte hinzufügen:

    a) EMS kann die Mastzellen triggern, wie alle elektrischen Impulse.

    b) Oft ist auch entscheidend, wo EMS angewandt wird.
    Ich z.B. toleriere niedrig dosiertes EMS in der unteren und mittleren Rückengegend. Dieselbe Intensität in der Schulter- oder Nackengegend führt jedoch zu heftigen Schäden und Einbrüchen, u.a. auch zu Schleimbeutelentzündungen.

    c) Daher fangt vorsichtig an und achtet gut auf Euch!

    Manche Bewegungen können bei POTS kritisch sein

    Achtung bei orthostatischer Intoleranz oder POTS bei diesen Bewegungen: - Dehnübungen des Oberkörpers im Stehen - Arme über den Kopf heben (...