Samstag, 19. September 2026

Wir müssen über Forschung reden

 



Laut ME/CFS science zeigen jüngste Studien auf, dass wissenschaftlicher Ergebnisse wesentlich häufiger gefälscht und manipuliert werden als bisher angenommen. Inzwischen muss man davon ausgehen, dass etwa jede siebte wissenschaftliche Arbeit gefälscht ist.

In dem Zusammenhang erläutert ME/CFS science in einem umfassenden Artikel auf, wie Manipulationen und Fälschungen aufgedeckt werden können, wie Paper mills arbeiten und welche Verbesserungsmaßnahmen getroffen werden (https://mecfsscience.org/how-many-scientific-papers-are-fake/)

Was bedeutet das für die ME/CFS-Literatur?

Angesicht dieser Zahlen stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die ME/CFS-Literatur auch von „Paper Mills“ und betrügerischen Studien betroffen ist. “

ME/CFS science hat bisher folgende Erfahrungen gemacht:
ME/CFS-Studien sind oft aufgrund eines fehlerhaften Designs oder methodischer Schwächen unzuverlässig sind und nicht wegen gefälschter Daten (Anmerkung der Autorin: BC007 sowie Immunadsorption sind dafür bekannte Beispiele in Deutschland).

Es könnte jedoch sein, dass einige problematische Arbeiten unentdeckt geblieben sind, weil nicht genügend Experten darauf geachtet haben. 

Für alle, die sich mehr für die Geschichte und den aktuellen Umgang mit Studienfälschungen interessieren, werde ich den Artikel von ME/CFS science in einem separaten Blogbeitrag übersetzen und so kurz wie möglich zusammenfassen.




Freitag, 18. September 2026

Wie gesellschaftliche Genesungs-Erwartungen ME/CFS-Erkrankten schaden können

 


In einem Artikel, der in der Fachzeitschrift „Disability & Society“ veröffentlicht wurde, denkt Zoe Sirotiak (Forscherin und Physiotherapeutin sowie selbst ME/CFS-Betroffene ) über den „Mythos der Genesung“ nach. Sie fragt sich, wie und ob die gesellschaftliche Erwartungen Menschen mit chronischen Erkrankungen wie ME/CFS schaden können.

Als Herangehensweise nutzt sie eine Methodik namens „kritische Autoethnografie“ und verbindet damit persönliche Erfahrungen mit übergeordneten kulturellen, politischen und sozialen Bedeutungen und Verständnissen.

Fünf „miteinander verbundene Erfahrungen“ kristallisierten sich dabei heraus.

ME Research UK erläuterte diese in einem Beitrag. 

Ich habe versucht, diese etwas zu übersetzen und zu kürzen:

1. "Keine Sprache für diesen Verlust“
Sirotaik erläutert, dass Menschen mit Erkrankungen, für die es keine eindeutige medizinische Erklärung gibt, ein unsicheres, anhaltendes Gefühl des Verlusts erleben können. Ihre Gesundheit, ihr Alltag, ihre Identität und ihre Hoffnungen können sich dauerhaft verändern, auch wenn sie für andere gesund wirken. Ihre Trauer wird jedoch oft übersehen oder abgetan.

Eine ausbleibende Genesung wiederum ist nicht nur ein medizinisches Ergebnis. Sie beeinflusst auch, wie eine Person von der Gesellschaft wahrgenommen und behandelt wird. Trauer wird dabei fälschlicherweise als persönliches oder emotionales Versagen umgedeutet. Viele fühlen sich daher unter Druck gesetzt, ihre Erfahrungen in eine hoffnungsvolle, dankbare oder inspirierende Geschichte zu verwandeln, die für andere Menschen leichter zu akzeptieren ist.

2. "Die Grenzen des medizinischen Prozesses“
Sirotak verdeutlicht, dass sich die Medizin tendenziell auf erklärbare und behandelbare Krankheiten konzentriert. Menschen mit Erkrankungen wie ME/CFS wird oft fälschlicherweise gesagt, Stress oder mangelnde Anstrengung seien für ihre Symptome verantwortlich. Bei fehlender Zustandsbesserung werden oft die Patienten dafür verantwortlich gemacht, anstatt die Behandlung oder das Gesundheitssystem in Frage zu stellen.

„Die zugrunde liegende Botschaft ist dieselbe: Du hast die Kontrolle darüber, wie du dich fühlst. Das musst du auch. Wenn sich deine Symptome jedoch nicht mehr bessern oder sich sogar verschlimmern und dein Körper sich weigert, mitzuarbeiten, wird die Schuld wieder auf dich zurückgeschoben. Du hast dich nicht genug angestrengt. Du hast es nicht lange genug versucht. Du hast nicht die richtigen Gedanken gedacht. Ich habe das einmal geglaubt. Ich habe mir selbst die Schuld dafür gegeben, dass es mir nicht besser ging, bis mir klar wurde, dass das Problem nicht bei mir lag. Die Behandlungen scheitern, weil sie nicht berücksichtigen, was diese Erkrankungen wirklich sind; stattdessen sind sie auf das ausgerichtet, womit das System bereits umzugehen weiß.“

3. "Arbeiten aus dem Käfig heraus“
Die Autorin erklärt, dass die Gesellschaft Menschen oft danach beurteilt, wie viel sie arbeiten und leisten können. Sie zeigt anhand ihrer eigenen Erfahrungen auf, dass Produktivität jedoch nicht gleichbedeutend ist mit Gesundheit, Glück oder Genesung.

Das Lob dieser Haltung als Resilienz verschleiert damit die wahren Kosten der Krankheit und kann die ungerechte Vorstellung verstärken kann, dass der Wert eines Menschen davon abhängt, was er leisten kann.

In diesem Abschnitt geht Sirotiak auch darauf ein, dass Menschen mit wenig verstandenen Erkrankungen möglicherweise erst dann ernst genommen werden, wenn sie überhaupt nicht mehr funktionsfähig sind, während bei denen, die aktiv bleiben, fälschlicherweise angenommen wird, sie hätten sich erholt.

4. "Lächeln trotz Zusammenbruch“
Die Autorin erlebte selbst, wie Ärzte damit anfingen, ihre körperlichen Symptome fälschlicherweise als psychische Probleme zu behandeln.

Sie erfuhr damit am eigenen Leib, dass Menschen mit "nicht verstandenen Krankheiten“ in eine Falle geraten können:

Zeigt man Leidensdruck, könnte dies medizinisches Fachpersonal zu der Annahme verleiten, die Krankheit sei „nur Einbildung“, während ein ruhiges Auftreten den Eindruck erwecken könnte, die Erkrankung sei weniger schwerwiegend. Um weiterhin ernst genommen zu werden und Versorgung zu erhalten, fühlen sich Patienten möglicherweise gezwungen, ihre wahren Gefühle zu verbergen, hoffnungsvoll zu wirken und ihr „Leiden“ für andere leichter akzeptierbar zu machen.

In diesem Abschnitt argumentiert die Autorin zudem, dass Gesundheitssysteme oft erwarten, dass Patienten entweder genesen sind oder sich deutlich bessern. Behandlung, Versicherungsleistungen und fachlicher Respekt können davon abhängen, dass Fortschritte gezeigt werden – selbst wenn eine Zustandsstabilisierung oder das Verhindern einer weiteren Verschlechterung das beste realistische Ergebnis ist.

Menschen, bei denen keine Besserung eintritt, können sogar entlassen, wegen mangelnder Anstrengung beschuldigt oder als schwierig und labil behandelt werden.

„Wer vom Drehbuch abweicht, läuft Gefahr, als unkooperativ, labil oder schwierig abgestempelt zu werden, was ihr Leiden zusätzlich von einer medizinischen Untersuchung ausschließt. Emotionale Regulierung wird so zu einer Form institutioneller Kontrolle, die nicht nur prägt, wie Patienten wahrgenommen werden, sondern auch, ob überhaupt weiterhin Anspruch auf medizinische Versorgung haben.“

5. "Hoffnung ist ein Maulkorb“
Hoffnung kann zum Druck werden. Von den Betroffenen wird möglicherweise erwartet, dass sie fröhlich bleiben, weiterhin Behandlungen ausprobieren und sich selbst als „Kämpfer“ bezeichnen, damit andere sich nicht mit der Realität ihrer Krankheit auseinandersetzen müssen. Wenn sie doch die Hoffnung verlieren, werden sie möglicherweise als schwierig oder als weniger pflegebedürftig angesehen.
Bedauerlicherweise lenkt dies die Aufmerksamkeit von den Versäumnissen im Gesundheitswesen, in der Forschung und bei der Unterstützung ab und lässt stattdessen die Einstellung der erkrankten Person als das Problem erscheinen.

„Hoffnung verlangt Konformität und schützt Betrachter vor dem Unbehagen angesichts medizinisch ungeklärter oder nicht heilbarer Zustände. Der Fokus verlagert sich vom Versagen der Institutionen auf die individuelle Einstellung, wobei Resilienz als Tugend und Verzweiflung als persönliche Schwäche dargestellt werden, sodass anhaltendes Leiden eher als Beweis für schlechte Bewältigungsstrategien denn als Ausdruck ungedeckter struktureller Bedürfnisse gilt. Diejenigen, die sich nicht auf Hoffnung einlassen, werden als schwierig, pessimistisch oder behandlungsresistent abgestempelt, was ihre Marginalisierung weiter rechtfertigt.“

Beim Übersetzen und Lesen musste ich immer wieder traurig nicken. Sie hat so Recht.

Donnerstag, 17. September 2026

Ein heilsamer Arztbesuch


Ein heilsamer Arztbesuch

... schafft keine Wunder,
... man fühlt sich jedoch verstanden und nicht mehr allein,
... man geht mit mehr Fachwissen raus als rein,
... man wird zur Selbsthilfe ermächtigt und hat wieder Ideen, wo man selbst noch recherchieren könnte,
... man redet gemeinsam über sinnvolle Massnahmen und Werte - und entscheidet mit
... man wird auch etwas beruhigt.

Das alles durfte ich letzte Woche
mal wieder erleben.

Ich selbst sehe nun wieder klarer und werde mich dem Rest meiner Gürtelrose eher ganzheitlich widmen. Die Sanum Therapie und Heilpilze haben mir bereits bei dem EBV geholfen. Warum sollten sie mich jetzt im Stich lassen?

Die "Wut-Ärztin: Ein Geschäftsmodell"?

 
Gestern hat wirklich eine Frau geschafft, mich zutiefst zu enttäuschen. 

Jeder erinnert sich hier sicherlich an die "Wut"-Ärztin, die in einer Talk-Show mit Merz aneinander geraten ist - und bei der man das Gefühl hatte, dass da eine Frau versteht, wovon sie spricht.


Nun habe ich jedoch folgendes erfahren:


"Dr. Bea Kinderarzt" ist eine Marke, unter der diese seit 2023 versucht, als Medfluencerin und Coach Fuß zu fassen. Zumindest nach ihrer LinkedIn-Biografie war sie in Deutschland zuvor maximal (!) ein Jahr in verschiedenen Praxen als angestellte Kinderärztin tätig. Die Inhalte Ihrer Website dienten immer nur der allgemeinen Information und Gesundheitsbildung für Eltern. Sie ersetzten keine kinderärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung.

Damit entsprachen ihre Aussagen bei Merz auch nicht der Wahrheit. Denn dort machte sie den Anschein, als Ärztin in einer realen Praxis zu behandeln. Den Unique Selling Point als Medfluencerin hat sie durch ihren Auftritt in der Talkshow jedoch gefunden (Kritik an einem System, das sie angesichts ihrer Biografie von innen garnicht wirklich kennen kann).

Seitdem sammelte sie nicht weniger als 186.000 Euro an "Spenden" für ihre Demo ein, um direkt danach ein Geschäftsmodell zu starten mit Meilensteinsystem, das ihr einen Bruttoumsatz von 2,3 Mio. Euro im Jahr verspricht: https://mut-aerztin.de/mitglied-werden

Sie hat für ihr Engagement als logischen Schluss jedoch keinen Verein gegründet, dessen Gemeinnützigkeit regelmäßig vom Finanzamt geprüft werden würde.

Stattdessen bietet sie Aktivismus als Dienstleistung, für die man eine Vertragsbeziehung nach BGB eingeht, allerdings ohne hinreichend akzeptable Gegenleistung. Keine Überprüfbarkeit, keine steuerliche Absetzbarkeit. Das Geld landet bei ihr als Unternehmensumsatz, nicht als Spende.

Ich gebe zu, dass ich persönlich ziemlich fassungslos bin. Der Zweck heiligt nicht alle Mittel. Gesellschaftliches Engagement auf Bezahlung und mit Gewinn ist für mich keine Option. 

Trotzdem habe ich das alles nun so neutral formuliert wie möglich - ohne eine Wertung abzugeben. Jeder darf sich selbst ein eigenes Bild machen und eine eigene Meinung über ein solches Vorgehen bilden.

Stattdessen lasse ich Thomas Dudzak reden, die bessere Worte für das aktuelle Geschehen fand:

"Die Mechanik funktioniert über künstliche Verknappung und die Verwertung von Betroffenheit. 
Statt organisierte, kollektive und demokratisch legitimierte Strukturen aufzubauen, werden selbstverständlichste Kommunikationsformate als Belohnung hinter riesige Bezahlschranken gelegt. 
Das ist ein bisschen wie OnlyFans für Aktivismus. Zahlen für das gute Gewissen. Glauben, Teil einer Bewegung zu sein, dabei ist man nur Kunde wie beim Streamingdienstleister. 
Schöne neue Aktivismuswelt. Hinter der Fassade einer "unabhängigen Plattform" steht ein einfacher Sales-Funnel aus Standard-Marketing-Bausteinen. Rechtlich gedeckt, aber ethisch hochgradig fragwürdig: Aufmerksamkeits-Ökonomie, die gesellschaftliche Krisen in dauerhafte private Einnahmen übersetzt."

Bezisterim


Die Ankündigungen des Pharmaunternehmens BioVie hinsichtlich des Ergebnisses der Phase-2-Studie zu seinem Medikament Bezisterim gegen Long Covid schlagen gerade Wellen - wobei die Hoffnung in der ME/CFS-Community nicht der Reaktion an der Börse entspricht. Aber dazu unten mehr.

Eine kurze Zusammenfassung:

a)
Die Pressemitteilung des Unternehmens besagt folgendes:
Obwohl die Primäranalyse keine signifikante Wirkung zeigte, deutete eine Analyse in Untergruppen mit starker Symptombelastung auf eine Verbesserung hin.

b)
Bezisterim ist ein synthetisches Derivat von Androstenetriol, einer Steroidvorstufe. Es kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und soll die Insulinresistenz senken sowie Entzündungsprozesse dämpfen.
c) Es handelte sich um eine Phase-2-Studie, also eine vorläufige und kleinere Untersuchung mit 203 Post-Covid-Patienten. Sie dient dazu, die Wirkungen des Medikaments zu untersuchen, nicht aber zu bestätigen, ob es wirkt oder nicht.

d) Bisher ist nur die Pressemitteilung des Unternehmens in den sozialen Medien auffindbar. Eine vollständige, von Wissenschaftlern begutachtete Veröffentlichung, in der die endgültigen Studienergebnisse veröffentlich wurden, liegt noch nicht vor.

e) Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Tabelle aufgeführt:
Laut ME/CFS science zeigt die Tabelle standardisierte Effekte für 22 Endpunkte, ausgedrückt in Standardabweichungen (eine gängige Faustregel lautet: 0,8 ist groß, 0,5 mittel und 0,2 klein). Bei keinem Endpunkt zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt des Medikaments im Vergleich zu Placebo. Die Schlussfolgerung, dass für Bezisterim bereits eine Wirksamkeit bei der gesamten Long-COVID-Population nachgewiesen wurde, wäre daher falsch.

f) Man sieht laut ME/CFS science, dass dies in den breiten Konfidenzintervallen liegt: Die Linien reichen von klein bis groß und kreuzen alle die 0. Während also die meisten Endpunkte für die Behandlung sprechen, besteht große Unsicherheit hinsichtlich des Effekts, und keiner liefert eindeutige Belege.

g) BioVie verweist jedoch auf Ergebnisse von Subgruppenanalysen. Wenn man den Vergleich auf Teilnehmer beschränkt, die zu Studienbeginn einen hohen Symptom-Score aufwiesen, fanden sie tatsächlich Effekte zugunsten von Bezisterim (allerdings immer noch mit großen Konfidenzintervallen). 

Nach Angaben des Unternehmens waren diese Untergruppen bereits vor der Aufhebung der Verblindung der Studie im statistischen Analyseplan definiert worden, und etwa 78 % der Teilnehmer gehörten mindestens einer dieser Untergruppen an.

h) ME/CFS Science bleibt jedoch kritisch:
- War diese Analyse im Voraus geplant, oder hat man in den Daten nach einem positiven Ergebnis gesucht?
- Denn diese ist weder im Protokoll noch in der Studienregistrierung ersichtlich. BioVie wiederum gibt an, dass die Analyse in den bei der FDA eingereichten Unterlagen vorab festgelegt war.

i) ME/CFS science zeigt zudem auf, dass die meisten Endpunkte zugunsten der Bezisterim-Gruppe ausfallen. Obwohl Berichten zufolge nur wenige Nebenwirkungen auftraten, fragen sich außenstehende Wissenschafter, ob bei einigen Fällen die Verblindung durchbrochen wurde, sodass die Patienten wussten, dass sie das Medikament erhielten. Das ist eine potenzielle Einschränkung.

j) Das Unternehmen selbst weist darauf hin, dass diese Ergebnisse in einer zukünftigen Studie mit ausreichender statistischer Aussagekraft bestätigt werden müssen. Ein positives Signal in einer vorab festgelegten Untergruppe ist nicht gleichbedeutend mit einer erfolgreichen bestätigenden Phase-3-Studie.

h) Nun kommen wir zur Reaktion des Marktes und der Glaubwürdigkeit des Unternehmens:
Der Aktienkurs des Unternehmens fiel nach der Bekanntgabe um ca. 20 %, was darauf hindeutet, dass die Anleger von der Subgruppenanalyse nicht überzeugt waren. Dies ähnelt dem, was im August bei der Phase-2-Studie mit Bezisterim zur Parkinson-Krankheit geschah. Hinzu kommt, dass das Unternehmen eine problematische Vergangenheit mit einer gescheiterten Phase-3-Studie zur Alzheimer-Krankheit, Rechtsstreitigkeiten und einem umstrittenen (ehemaligen) CEO hat.

Quelle: ME/CFS research, Manuel Ruiz-Pablos, diverse Börsennachrichten, übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Fazit:
Für Euphorie und Jubelrufe ist es deutlich zu früh. Zumindest sollten zuerst einmal die vollständigen Studienergebnisse in wissenschaftlicher Form vorliegen, um sich ein genaueres Bild machen zu können. 


Dienstag, 15. September 2026

Wie sollte ein Rettungsdienst mit ME/CFS-Erkrankten umgehen?

 


Christoph Trockel ist ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Neumünster bei der Berufsfeuerwehr Neumünster. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt er derzeit die ersten Einsatz-Algorithmen und Schulungen für Rettungskräfte im Umgang mit ME/CFS-Betroffenen – etwas, das es in Deutschland bisher nicht gab.

– warum das Thema ME/CFS so lange übersehen wurde
– wie Rettungsdienste künftig besser helfen können
– und was es braucht, damit Verständnis zu Veränderung wird. 

Reinhören lohnt sich auf jeden Fall 


Vorstellung der Studie MARK-ME mit dem Ziel der objektiven Biomarker



Die ME/CFS Research Organisation stellte heute ihr aktuell siebtes und letztes von sieben neu geförderten ME/CFS-Forschungsprojekten vor:

MARK-ME am Berlin Institute of Health Charité - Universitätsmedizin Berlin​.
Bei dieser Studie geht es um objektive diagnostische Biomarker, welche die bisher rein klinische Diagnostik ergänzen sollen. Dabei geht es v.a. auch darum, Unsicherheiten und Verzögerungen zu verringern. Die Biomarker sollen zudemals Messgrößen für klinische Studien dienen.

MARK-ME entwickelt minimale Biomarker-Panels für Diagnose und biologische Stratifizierung. Aufbauend auf bestehenden hochdimensionalen Immun- und Proteomikdaten identifiziert das Projekt per Machine Learning jene Biomarker-Kombinationen mit der höchsten diagnostischen Leistungsfähigkeit. Komplexe biologische Signaturen werden so auf wenige aussagekräftige Marker reduziert.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Birgit Sawitzki
Organisation: Berlin Institute of Health (BIH) Charité
Förderzeitraum: September 2026–August 2028

Mehr Informationen findest Du hier


Fazit: 
Ein entscheidender Schritt, auf den viele schon längst warten (wobei ich überzeugt bin, dass es durch die vielen Untergruppen auch hier wiederum unterschiedliche Biomarker geben wird, was hoffentlich die Studie auch im Blick hat)

Stellungnahme aus Versorgung und Wissenschaft für eine differenzierte, respektvolle und sachlich angemessene Haltung gegenüber ME/CFS-Betroffenen

 



In einer gemeinsamen Stellungnahme aus Versorgung und Wissenschaft haben sich über 30 UnterzeichnerInnen aus Psychotherapie und Wissenschaft für eine differenzierte, respektvolle und sachlich angemessene Haltung gegenüber ME/CFS-Betroffenen ausgesprochen.

Damit stellen sie sich klar gegen die veröffentlichen Schriften von Köllner und Co, die einige Patientenverbände bereits zu Recht kritisert haben (siehe dazu auch: Psychiatrisierung von ME/CFS). 

"Vor diesem Hintergrund befremden uns insbesondere Darstellungen, die Menschen mit ME/CFS eine „kämpferisch-vorwürfliche Note“ zuschreiben, „Aggressivität“ von Betroffenen als charakteristisches Problem hervorheben oder diese Patientengruppe anderweitig als insgesamt „schwierig“ rahmen. Durch solche pauschalisierenden Aussagen werden einzelne negative Erfahrungen zu einer vermeintlichen Besonderheit dieser Patientengruppe verdichtet, während unsere Erfahrungen in Praxis und Forschung dafür keinerlei Grundlage bieten. Solche Darstellungen können unbegründetes Misstrauen gegenüber den Erkrankten fördern, eine vorschnelle Psychologisierung körperlicher Beschwerden begünstigen und dazu beitragen, dass medizinische Anliegen nicht unvoreingenommen geprüft werden. Damit
erschweren sie die ohnehin unzureichende Versorgung von Menschen mit ME/CFS."

Die Stellungnahme finden Sie hier

Samstag, 12. September 2026

Crash nach Aciclovir



Seit einigen Tagen weiß ich, dass Aciclovir mit den heftigen Nebenwirkungen bei mir einen heftigen Crash ausgelöst hat. Mein autonomes Nervensystem war tagelang außer Rand und Band, meine Nieren arbeiteten nicht mehr richtig und das Wasser lagerte sich im Körper ein, was bei mir immer zur Taubheit meines rechten Fußes und der Zuspitzung meines S1-Syndroms führt. Starke körperliche Schwäche, Schmerzen und Erkältungssymptome kamen hinzu.

Im umgangssprachlichen Bereich würde man wahrscheinlich von einer Herxheimer Reaktion sprechen - auch wenn diese eigentlich nur auf Bakterien zutrifft.

Dr. Kacik informiert übrigens in einem neuen Podcast-Interview (https://www.fasynation.de/der-podcast-zum-chronischen-erschoepfungssyndrom-me-cfs/) darüber, dass er inzwischen die Virostatika nur noch in sehr niedrigen Dosierungen bei mehreren Gürtelrosen-Schüben verschreibt und bei EBV darauf verzichtet. Das war vor einigen Jahren noch anders (damals verordnete er mir Valaciclovir in hohen Dosen, worauf ich dann jedoch aus einem Bauchgefühl heraus verzichtete).  

Noch bin ich nicht über den Berg, auch wenn sich mein Nervensystem langsam beruhigt - und eine leichte Lymphdrainage heute etwas Besserung brachte. Daher ist weitere Schonung angesagt - bis auf Weiteres.

Wie immer macht ein solcher Crash Angst - und es braucht einmal wieder unfassbar viel Mut, Zweckoptimismus und Zuversicht, um diese Situation auszuhalten - und fest daran zu glauben, dass es auch dieses Mal einigermaßen gut ausgehen wird.

Und wie immer frage ich mich nach über 24 Jahren mit dieser Erkrankung, woher ich die Kraft noch hernehme. Es ist erstaunlich, was ein Mensch aushalten kann.

Freitag, 11. September 2026

Long Covid did not come of nowhere

 



Wer sich mit der Geschichte der postinfektiösen Erkrankungen näher beschäftigen möchte, findet in dem Artikel Long Covid did not come out of nowhere von Manuel Ruis-Pablos tiefergehende Informationen.

Beim Lesen wird schnell klar, dass ME/CFS und Post Covid wahrscheinlich eine sehr viel längere Geschichte - und mehr ähnliche Geschwistererkrankungen - haben, als viele denken. 

Wir müssen über Forschung reden

  Laut ME/CFS science zeigen jüngste Studien auf, dass wissenschaftlicher Ergebnisse wesentlich häufiger gefälscht und manipuliert werden a...