Dienstag, 27. Oktober 2026

LDN: Studie enttäuschend

 

Die Ergebnisse einer Studie zu niedrig dosiertem Naltrexon (LDN) wurden veröffentlicht.

Leider zeigen sie, dass LDN die Erschöpfung, die Schmerzen und andere Symptome bei Patienten, die nach einer COVID-19-Erkrankung an ME/CFS erkrankten, nicht lindern konnte.

Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, die ich von ME/CFS science übernommen und übersetzt habe:

1) An der Studie nahmen 160 Teilnehmer teil, die an dem sogenannten „Post-COVID-19-Fatigue-Syndrom (PCFS)“ litten.

Die Patienten erfüllten die ME/CFS-Kriterien des Institute of Medicine aus dem Jahr 2015, mit der Ausnahme, dass die Symptome im Anschluss an eine COVID-19-Erkrankung auftreten und mindestens 3 statt 6 Monate andauern mussten.

2) Die Teilnehmer erhielten 16 Wochen lang entweder ein Placebo oder LDN. LDN wurde oral verabreicht, beginnend mit 1 mg täglich und, sofern vertragen, auf 4,5 mg erhöht. Das Medikament war relativ sicher, jedoch traten unter LDN mehr unerwünschte Ereignisse des Grades 3 oder höher auf, und ca. 25 % konnten die Dosis nicht auf 4,5 mg steigern.

3) Die Studie umfasst mehrere Themen wie Fatigue (FSS). Schmerzen (VAS), PEM (PQSymp-12), Lebensqualität (EQ-5D-5L) sowie das Aktivitätsniveau (Schritte pro Tag, gemessen über 7 Tage mit einem Schrittzähler).

4) Außerdem wurden mehrere körperliche Untersuchungen durchgeführt, darunter Tests auf POTS, orthostatische Hypotonie, Handgriffkraft sowie ein Sit-to-Stand-Test zur Beurteilung der körperlichen Fitness. Auch hier zeigten sich keine signifikanten Unterschiede.

5) Insgesamt scheint es sich hier um ein eindeutiges Nullergebnis zu handeln.

Fazit: 
Damit belegt die Studie in keinster Weise die bisherigen offenen, unkontrollierten Studien zu Long COVID oder ME/CFS und steht im Gegensatz zu der breiten Unterstützung für den Einsatz von LDN durch Ärzte und Patienten weltweit - was natürlich ein großer Widerspruch ist, und auch für viele sehr enttäuschend sein dürfte, v.a. für diejenigen, die das Medikament nach wie vor im Offlabel-Gebrauch selbst bezahlen. 

Gleichzeitig sollte man sich jedoch bewusst sein, dass es sich in der Studie  
a) um eine kürzere Erkrankungszeit (3 Monate statt 6 Monate) sowie 
b) nur um ME/CFS, das durch eine Covid-Erkrankung ausgelöst wird, 
handelt. 


Auch gingen die Autoren der Studie sehr forsch in der Medikamentisierung vor, indem sie bereits mit 1 mg begannen, während vielen Erkrankten sehr viel niedrigere Einstiegsdosen empfohlen werden. Der Beobachtungszeitraum von 16 Wochen ist m.E. auch viel zu kurz. 

Zudem wurden die Einschlusskriterien wie bei vielen Post Covid- und ME/CFS-Studien s sehr breit gefasst und nicht weiter eingegrenzt. 

M.E. geht es daher um weitere Differenzierung - und um eine stärkere Individualisierung. 


Ich selbst nehme  seit ca. fünf Jahren täglich LDN in Höhe von 4,5 mg und befinde mich damit schmerztechnisch auf einem ganz anderen Niveau. Während ich früher von "Todesschmerzen" sprach, benötige ich heute keine herkömmlichen Schmerzmittel mehr. Aber ich hatte auch zusätzlich zu ME/CFS und MCAS auch eine diagnostizierte Fibromyalgie. 

Da ich das Medikament anfangs zur Immunmodulierung sowie als Prokinetium (ab 4 mg wirkt es gegen Verstopfung) verschrieben bekam, hatte ich keinerlei Erwartungen an die schmerzlindernde Wirkung. Auch wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nichts von meiner ME/CFS-- und MCAS-Erkrankung, da ich über 19 Jahre lang fehldiagnostiziert wurde. Daher kann bei mir auch ein Placebo-Effekt ausgeschlossen werden. 


Quellen zur Studie findet Ihr hier: 
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0UrRUgZx3AMrtuaj6ngGi3WXAyjvDgCPnFtaf8RYvDWccXzszsadCWmTj8YXMZficl&id=100063821632681


https://www.medrxiv.org/content/10.64898/2026.10.22.26363582v1.supplementary-material?fbclid=IwY2xjawVNXE9leHRuA2FlbQIxMABwZG9mAWJyaWQRMWYxd0JJNlFQZjNPblJhMmRzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeAl3bIDYnCCiOJB53eqcs2Tp5OOB_NxhziYc-rHsf0T7kd2Dxa3o-08Kk1Lw_aem_uO4pV7OP2TQJ0e-YkUxYPQ

Was hat es mit dem Bluttest auf sich, der ME/CFS nachweisen soll?


Wissenschaftler der britischen University of East Anglia in Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen Oxford Biodynamics (OBD) haben im letzten Jahr einen Bluttest entwickelt haben, der die ME/CFS bestätigen soll. Der Test wurde im letzten Jahr im Fachmagazin Journal of Translational Medicine vorgestellt.

Die Forschungsbemühungen basieren auf epigenetischer Profilierung und sind sicherlich ein wichtiger Schritt bei der Suche nach einem diagnostischen Bluttest.

Aber wie die Forscher selbst betonen, sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um diese Ergebnisse ordnungsgemäß zu validieren und zu wiederholen - und der Medizin ein hochsensibles sowie hochspezifisches Diagnosetool für ME/CFS zur Verfügung stellen zu können.

Daher ist es noch zu früh für die Erwartung, dass die ME/CFS-Diagnostik demnächst mit einem Pieks erledigt ist.

Studie sät Zweifel an "Microclot"-Hypothese bei Post Covid

 


Eine Studie in England (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/hem3.70501) befasst sich mit der weit verbreiteten Hypothese, dass bei Long Covid (LC) „Mikrogerinnsel“ entstehen, die sich im peripheren Gefäßsystem festsetzen und dort eine lokale Gewebehypoxie sowie Symptome wie Atemnot und Fatigue verursachen.

Diese Hypothese beruht auf
- Beobachtungen bei akutem COVID-19, bei dem ein hyperkoagulabler Zustand mit beeinträchtigter Fibrinolyse und erhöhtem Thromboserisiko festgestellt wurde, sowie
- auf Berichten über Amyloid-Fibrin(ogen)-Mikroaggregate bei Long Covid.
Sie rechtfertigte in der Vergangenheit, um den Einsatz von antithrombotischen Medikamenten und der Plasmapherese außerhalb klinischer Studien zu rechtfertigen, obwohl diese Behandlungen nachweislich Nebenwirkungen haben.

Daher sollte überprüft werden, ob
- etablierte Marker für Gerinnung/Fibrinbildung,
- Thrombozyten- und Endothelaktivierung,
- NETose (neutrophile extrazelluläre Fallen) und
- Fibrinolyse sowie
- die Architektur von Fibringerinnseln und Fibrin(ogen)-Mikroaggregate mit Symptomen,
Störungen des pulmonalen Gasaustauschs oder Durchblutungsstörungen bei Long Covid-Patienten, die vorher noch nie stationär behandelt worden waren, verbunden waren.

Teilnahmeberechtigt waren 
Erwachsene, die noch nie wegen einer akuten COVID-19-Erkrankung stationär behandelt worden waren und die Diagnose "Long Covid" (LC) gemäß den NICE-Kriterien nach einer multidisziplinären Beurteilung und dem Ausschluss alternativer Ursachen erhalten haben.

Die Teilnehmer wurden klinisch in die Gruppen
- „LC mit Atemnot“ (BLC) und
- „LC ohne Atemnot“ (NBLC) eingeteilt.

Ausgeschlossen wurden
- aktuelle Raucher,
- Personen mit signifikanten Auffälligkeiten im Thorax-CT,
- Personen mit einer Atemwegsobstruktion (FEV1/FVC < 0,7) sowie Personen, die Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmer erhielten.

Die nach Alter und Geschlecht angepassten Kontrollpersonen hatten zuvor eine bestätigte COVID-19-Erkrankung, waren jedoch vollständig genesen.

Fazit der Studie:
Bei Patienten mit nie erfolgter Krankenhausaufnahme und von einem Facharzt bestätigtem Erkrankung fanden sich keine Anzeichen für eine
- anhaltende prothrombotische Aktivierung,
- eine beeinträchtigte Fibrinolyse,
- eine abnormale Fibrinfaserarchitektur oder erhöhte Fibrin(ogen)-Mikroaggregate

Daher wurde festgestellt, dass es keine signifikanten Zusammenhänge mit
- Atemnot,
- Fatigue oder
Parametern der Lungenperfusion und des Gasaustauschs gab.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass bei diesen Patienten keine antithrombotische Therapie (Medikamente, Plasmapherese) gerechtfertigt ist.

Anmerkung:
Die Forscher säen damit Zweifel und raten zur Vorsicht bei entsprechenden Behandlungen.
Dies schließt aber nicht aus, dass
- bei Patienten mit KH-Aufenthalten während der Covid-Erkrankung sowie
- Post Vacc-Patienten
die Situation anders aussieht.

Montag, 26. Oktober 2026

Schwächen der ME/CFS- und Long Covid-Studien offenbaren sich auch in der Ergebnisüberprüfung


Es gibt eine neue kritische Übersicht über patientenberichtete Ergebnismaße/ Skalen bei ME/CFS und Long-COVID.

In dem Artikel wird argumentiert, dass in Studien wichtige Symptombereiche wie post-exertionales Unwohlsein, Dysautonomie und Symptome einer Mastzellaktivierung oft nicht berücksichtigt werden.

Einige der Autoren sind selbst Betroffene. Sie untersuchten 37 Studien zu ME/CFS und 68 Studien zu Long Covid, die sich auf biomedizinische Interventionen konzentrieren und insgesamt 397 Ergebnismaße verwendeten. Die meisten Studien stützten sich auf patientenberichtete Ergebnismaße (PROMs).

Das Fazit: 
Das Design der Long-COVID-Studien könnte verbessert werden, indem die wichtigen Symptomcluster wie post-externationales Unwohlsein, Dysautonomie und Mastzellaktivierung angesprochen werden, was bisher fast gänzlich fehlt.. 

Klinische Bewertungen, physikalische Tests und Biomarker können die Daten der von Patienten gemeldeten Ergebnismessungen ergänzen, wenn Sicherheit, Machbarkeit und Anwendbarkeit sorgfältig geprüft werden. Schließlich wird die Sicherheit des Eingriffs selten angemessen bewertet. 

Die Autoren empfehlen eine konzertierte Anstrengung, um die Patienteneingaben in alle Schritte der klinischen Studiengestaltung, -ausführung und -bewertung aufzunehmen.

ME/CFS Science erläutert die Übersicht und die Mängel der bisherigen Studien im Detail: 

Es ergibt wirklich Sinn, die Skalen einmal genauer anzuschauen (links sind hinterlegt): 

Für mehrere weit verbreitete PROMs wie das 
- Beck-Depressions-Inventar (BDI) oder die 
- Fatigue Severity Scale (FSS) 
liegen keine oder nur begrenzte veröffentlichte Belege für die Zuverlässigkeit, Validität oder Reaktionsfähigkeit bei Patienten mit ME/CFS vor.

Die Chalder-Fatigue-Skala ist das einzige ME-spezifische PROM, dessen inhaltliche Validität mittels kognitiver Befragung (dem aktuellen Standard) evaluiert wurde, und es schnitt dabei sehr schlecht ab. Fünf Items waren unklar, und die Patienten werden aufgefordert, ihre Fatigue anhand ihres Lebens vor der Erkrankung einzustufen.

Weitere Probleme bei den in ME/CFS-Studien verwendeten PROMs sind die mangelnde Einbeziehung der Patienten in die Wertentwicklung sowie die Nichtberücksichtigung erfolgreicher Pacing-Strategien. 

54 % der PROMs in klinischen Studien zu LC oder ME/CFS bewerten hauptsächlich die Fatigue. 
Im Gegensatz dazu werden PROMs, die speziell PEM bewerten, nur in 18 % der LC- und in 5 % der ME/CFS-Studien eingesetzt.

Der DSQ-PEM für PEM weist noch zahlreiche Probleme auf (z. B. berücksichtigt er keine Symptomverzögerung).

Bei Dysautonomien wird häufig der COMPASS-31 verwendet, der sich jedoch vorwiegend auf präsynkopale Symptome konzentriert. Eine einfache Alternative könnte darin bestehen, nach der Anzahl der Stunden im Stehen zu fragen, da dies den Schweregrad der orthostatischen Intoleranz möglicherweise besser widerspiegelt.

Im Hinblick auf Messgrößen zur psychischen Gesundheit wird das Problem angesprochen, dass häufig verwendete Messgrößen oft auch körperliche Symptome mit einbeziehen. Der PHQ-9 beispielsweise erfasst Müdigkeit, Appetit und Schlafstörungen und führt diese auf Depressionen und Angstzustände zurück.

Der Artikel erwähnt zudem, dass in kaum einer Studie Symptome einer Mastzellaktivierung wie Juckreiz und Hitzewallungen berücksichtigt werden.

Quelle: 
ME/CFS Science, Ergebnismaßnahmen in klinischen Langzeitstudien von COVID: eine Überprüfung

Übersetzt mit deepl.com 

Sonntag, 25. Oktober 2026

Manche Bewegungen können bei POTS kritisch sein


Achtung bei orthostatischer Intoleranz oder POTS bei diesen Bewegungen:
- Dehnübungen des Oberkörpers im Stehen
- Arme über den Kopf heben (Haarewaschen, Föhnen, Geschirr in hohen Schränken verstauen etc.)

Hintergrund:
Forscher der Universität Calgary haben herausgefunden, dass POTS-Patienten zu einem erheblichen Blutdruckabfall neigen, wenn sie während einer 15-sekündigen Dehnung des Oberkörpers die Arme nach oben strecken.

Sie stellten fest, dass dies auf einen Rückgang des Schlagvolumens (die Menge an Blut, die das Herz bei jedem Schlag pumpt) zurückzuführen ist und nicht auf einen Rückgang des peripheren Gefäßwiderstands (ein Mechanismus, der traditionell mit durch Dehnung ausgelöster Synkope in Verbindung gebracht wird).
Ähnliche Durchblutungsveränderungen können bei Patienten auftreten können, denen schwindelig wird, wenn sie ihre Arme über den Kopf heben. Dies sind Aktivitäten, die POTS-Patienten und andere Patienten mit Dysautonomie seit Jahren als Auslöser ihrer Symptome angeben.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Ich selbst leide zwar nicht an POTS, aber an einer leichten orthostatischen Intoleranz. Nun weiß ich wenigstens, warum ich Föhnen so unendlich anstrengend empfinde.

Samstag, 24. Oktober 2026

Interview-Aussage: Forschungsdekade zu postinfektiösen Erkrankungen ohne Psychosomatik als Schwerpunkt


Matthias Hauer (MdB) machte in einem Interview sehr klar, dass sich die Forschungsdekade für Post Covid und ME/CFS am Stand der Wissenschaft ausrichtet. Psychosomatik soll daher keinen Schwerpunkt erhalten.  

Wir können nur hoffen, dass dieses Versprechen auch umgesetzt wird. Bisher sah das anders aus. 

The "October slide"

 



Einen interessanten Artikel passend zu diesem Monat habe ich vor einigen Tagen erhalten:

Mir war bisher nicht bewusst, dass es für das Phänomen der Krankheitsverschlechterung im Oktober im Englischen bereits einen Namen gibt.

Die Wissenschaft hat für dieses Phänomen noch keine zufriedenstellenden Antworten gefunden.

Was ME und Long COVID betrifft, so gibt es bisher nur eine Handvoll Studien, die Zusammenhänge zwischen Wetter und diesen Krankheiten sowie verwandten Krankheiten wie Fibromyalgie festzuhalten. 

Eine Studie aus dem Jahr 2024, in der 58 Frauen mit ME in der Gegend von Birmingham, Alabama, untersucht wurden, zeigte, dass Wetterbedingungen, die die Luftverschmutzung am stärksten mit Verschlechterungen der Symptome korrelierten - nicht mit Temperatur, Tageslicht oder barometrischem Druck. Selbst wenn die Luftverschmutzung im Allgemeinen als akzeptabel angesehen wurde, berichteten die Patienten an Tagen mit schlechterer Luftqualität immer noch über mehr Symptome.

Chloe Lisette Jones, eine Ärztin für klinische Neuropsychologie und eine der Autoren dieser Studie, sagte, sie sei überrascht, ein so starkes Signal zwischen Luftqualität und selbstberichteten Messungen von Schmerzen und Müdigkeit zu sehen. Sie sagte auch, sie sei besorgt, dass es mit dem Klimawandel extremere Wetterschwankungen und Naturkatastrophen geben wird, die die Verwundbarkeit von kranken und behinderten Menschen erhöhen werden.

Für andere wiederum kann es die Schimmelproblematik sein, da sich die Schimmelpilze im Herbst im Freien verändern oder mit anderen gefährlichen Chemikalien in der Umwelt interagieren.

Und Dritte wiederum fühlen sich im Winter besser. Hier stellen manche fest, dass der ständige Lärm von Rasenmähern und anderen Hofgeräten während der wärmeren Monate für eine starke Belastung sorgt. 

Auf der anderen Seite haben Vierte wiederum im kalten Winter Probleme aufgrund des zusätzlichen Energiebedarfs durch kalte Winde, Eis und Schnee.

Ich selbst habe meine besten Zeit immer in der Zeit von April bis September, was eindeutig an der Wärme liegt. Meine Muskeln sind dann weicher, ich trage nicht so schwere Jacken und ich kann länger draußen verweilen, was mir einfach gut tut. Gleichzeitig gebe ich jedoch auch zu, dass die vielen lauten Motorräder in der Zeit mich manchmal sehr belasten.

Ab Herbst wiederum machen meine Muskeln oft dicht, v.a. bei feuchtem Wind, der durch die Haut kriecht. Der Energieaufwand ist zudem sehr viel höher während eines Spaziergangs - und ich muss mich sehr warm anziehen. Die Ruhe wiederum, die auf den Straßen einkehrt, genieße ich sehr.

Am schlimmsten jedoch sind für mich Stürme und Gegenwind. Dann schlagen meine Mastzellen Alarm.


Wie ergeht es Euch?

Hausärzte warnen vor neuer Regelung der ePA


Die ePA, ein leidiges Thema.

Gut gemeint, gerät sie schon seit Beginn an nur in Verruf - leider zu Recht m.E.
Da ich in meinem Leben fünf Jahre lang mit eingefleischten, von mir sehr geschätzten Computer Chaos-Gründern zusammenarbeitete, setze ich viel auf das Urteil der Mitglieder dieses Vereins. Und dieses ist nach wie vor desolat:
Gleichzeitig habe ich mich eine Zeitlang intensiv mit der Digitalisierung der Medizin auseinandergesetzt. Ein Autor fand die richtigen Worte: Wer eine digitale Akte im altbackenen Sinn generiert, in der einfach ein Bericht nach dem anderen "abgelegt" wird ohne eine klug programmierte Suchfunktion und Co, der wird den meisten Patienten keinen Mehrwert liefern. Kein Arzt und auch kein Krankenhaus hat die Zeit, sich durch einen Wust von Berichten zu wühlen, um den zu finden, der für sie wichtig ist.

Der Knackpunkt, der mich persönlich am meisten beschäftigt(e):
Die ePA bietet bisher nur Kassenärzten und -Patienten die Möglichkeiten, ihre Diagnosen, Medikamente etc. abzuspeichern.

Da ich jedoch z.B. aufgrund meiner komplexen Erkrankungen auch von Privatärzten behandelt werde, die mir natürlich auch Medikamente und NEMs verschreiben, wäre es für mich ein immenses Risiko, wenn nur die "Kassensicht" im Notfall im Zugriff wäre. Vor einigen Monaten musste ich erleben, wie ein Vertretungsarzt die Laborergebnisse des Biovis-Labors zerriss, weil er ihnen nicht glaubte.
Darüber hinaus hat kein einziger meiner Ärzte wirklich einen Überblick, was ich alles nehme - zu fachübergreifend, zu komplex, zu stark schwankend.

Ich habe zudem erlebt, wie mein Schwiegervater einen falschen Medikamentenplan von seiner Hausärztin erhielt, der von der Krankenhausempfehlung stark abwich. Im Nachhinein war es ein Schlampigkeitsfehler einer MTA und Desinteresse der Ärztin. Ihn hätte es fast das Leben gekostet, wenn nicht der Pflegedienst genauer hingeschaut hätte und danach auch auf einen neuen Hausarzt gedrängt hätte.

Nun kommt auch noch der Vertrauensverlust hinzu. Ich möchte nicht, dass meine Krankenkasse meine Akte kennt - nicht solange ich nicht weiß, was mit meinen Daten geschieht. Datenschutz ist ein heikles Thema, das zurzeit massiv unter Beschuss steht.

Ich weiß, dass die Leopoldina in ihrer Bekanntgebung zu ME/CFS und Post Covid darauf gedrängt hat, dass Daten gesammelt werden sollen. Es gibt sicherlich Gründe, die dafür sprechen. Solange jedoch die meisten Kassenmediziner ME/CFS weder kennen noch diagnostizieren noch ernstnehmen, ist das ein Eigentor, das v.a. den Patienten selbst schaden wird.

Oder anders ausgedrückt:
Welche Daten werden denn erwartet? Große Blutbilder, die nichts aussagen?

Um wirklich sinnvolle Daten zu erhalten, müsste man
- zuerst die Ärzte schulen und
- diese besser bezahlen, damit sie sich in die komplexe Materie der ME/CFS und MCAS einarbeiten können
- auch die Privatärzte einbeziehen, die zzt v.a. die ME/CFS- und Post Covid-Patienten behandeln.

Daher setze ich auf meine eigene Notfallakte - sowohl digital auf einer Notfallkarte als auch in Präsenz auf Papier.

Achtet gut auf Euch!

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Die Rosetta-Stone-Studie

 



Ein sehr guter und aufschlussreicher Vortrag sowie eine kurze Fragerunde mit Professor Danny Altmann beim jüngsten PRIME-Symposium:
 
Altmann fasste seine Gedanken zu aktuellen Veröffentlichungen und Erkenntnissen in der Long-Covid-Forschung zusammen und erklärte,
- warum Wissenschaftler „besser arbeiten“ müssen,
- dass ME/CFS und Long Covid komplexe Erkrankungen ohne einfache Antworten seien und
- dass ME/CFS und Long Covid gemeinsam untersucht werden sollten
 
Hinsichtlich der Notwendigkeit einer besseren Qualität bei wissenschaftlichen Studien und bisher fehlenden Standards ist er mit Prusty einer Meinung:
Die diesjährigen Konferenzen (Berlin, Amsterdam) ließen zudem anhand der ernüchternden Ergebnissen ähnliche Schlussfolgerungen zu.

Darüber hinaus erläutert Altmann die Rosetta-Stone-Studie.

Das Projekt zielt darauf ab, fortschrittliche molekulare Analysen bei aufeinander abgestimmten Kohorten von ME/CFS- und Long-Covid-Patienten sowie bei gesunden Kontrollpersonen anzuwenden. Ähnlich wie der historische Rosetta-Stein versucht die Studie, eine Krankheit anhand der Erkenntnisse aus der anderen zu entschlüsseln, was möglicherweise zu schnelleren Durchbrüchen führen könnte. Das Team möchte Biomarker, Mechanismen, Diagnosewerkzeuge und zukünftige Therapieansätze aufdecken.
 
Für Professor Altmann stehen dabei vier wesentliche wissenschaftliche Komponenten im Vordergrund:

A) Proteomik – Identifizierung von Protein-Biomarkern im Blut, die Aufschluss über Mechanismen geben und zu klinischen Diagnosetests führen könnten
B) Autoimmunitätsprofilierung – Nachweis von Autoantikörpern, die möglicherweise durch Infektionen ausgelöst werden und chronische Erkrankungen begünstigen
C) Analyse des Darmmikrobioms – Sequenzierung der Stuhlproben der Teilnehmer zur Identifizierung einer Dysbiose und ihrer Auswirkungen auf das Immunsystem und Entzündungsprozesse
D) Zellstoffwechsel – Untersuchung, inwiefern sich Zellen betroffener Personen hinsichtlich Energieverbrauch und Stoffwechselunterschieden unterscheiden

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Dienstag, 20. Oktober 2026

ME/CFS: Fact Sheet für Schwer- und Schwersterkrankte

 


In Großbritannien hat das Science for ME-Forum zusammen mit Professor Jonathan Edwards ein Fact Sheet erarbeitet, um das die Besonderheiten von strengen und sehr strengen ME/CFS zu verdeutlichen.

Das Fact Sheet umfasst
- medizinische Versorgung,
- Pflege zu Hause,
- Behindertenbewertung,
- Verhinderung von Verschlechterung und
- Ernährungsunterstützung einschließlich künstliche Ernährung

LDN: Studie enttäuschend

  Die Ergebnisse einer Studie zu niedrig dosiertem Naltrexon (LDN) wurden veröffentlicht. Leider zeigen sie, dass LDN die Erschöpfung, d...