Leben mit ME/CFS
Dienstag, 29. September 2026
Sollen ME/CFS-ler Blut spenden? Sollten sie sich als Organspender eintragen lassen?
Ganz klares Nein!
In Deutschland wurde ME/CFS-Patienten durch den Leiter des Robert-Koch-Instituts von Blut- und Organspenden abgeraten, solange man die Ursachen des ME/CFS noch nicht geklärt hat.
Der belgische Forscher Kenny De Meirleir berichtet zudem von Fällen, die infolge einer Bluttransfusion oder Organtransplantation aufgetreten sind.
Drei Studien in den USA – drei verschiedene Medikamentenkombinationen und Herangehensweisen bei Long Covid
a) Die Studie REVERSE-LC:
Hier wird Baricitinib an 550 Teilnehmern getestet. Es handelt sich um eine große randomisierte, doppelblinde Phase-3-Studie.
Baricitinib unterdrückt Teile der Entzündungssignale des Immunsystems, und die Forscher untersuchen unter anderem die Auswirkungen auf Fatigue-Symptome, PEM, kognitive Funktionen, körperliche Leistungsfähigkeit und Atemnot.
b) Die SHIELD-Studie:
(SARS-CoV-2
und Herpesvirus Inhibition for Ending Long COVID Dysfunction):
Hier kombinieren die Forscher bei rund 150 Teilnehmer Valacyclovir und
Celecoxib mit Paxlovid während einer 25-tägigen Behandlung. Dahinter steht die
Annahme, dass sowohl eine anhaltende SARS-CoV-2-Aktivität als auch eine
Reaktivierung von Herpesviren bei manchen Menschen mit Long COVID eine Rolle
spielen könnten. Eine frühere kleine Studie lieferte interessante Ergebnisse,
umfasste jedoch nur 24 Personen und hatte keine Placebo-Gruppe. Die Behandlung
wird nun gründlicher getestet.
c) Die Studie Anktiva:
Das Medikament Antikca wird in winer kleineren Phase-2-Studie mit 40 Teilnehmern getestet. Anktiva ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs und soll die Aktivität der NK- und T-Zellen beeinflussen.
Quelle:
Die FB-Gruppe COVID-19:
Scientific Sources and Reputable News,
Übersetzt mit DeepL.com
(kostenlose Version)
Podcast zur Gesundheitsreform von fasynation
Viele ME/CFS- und MCAS-Betroffene haben - wie auch Otto Normalverbraucher - Angst vor der kommenden Gesundheitsreform. Andere sind wiederum eher fatalistisch, da sie sowieso schon sehr viel selbst bezahlen müssen und zu einem Großteil von Privatärzten behandelt werden, weil die Kassenmediziner sie gebührend abwimmeln.
Denn Angst ist kein guter Ratgeber. Das wissen wir alle.
Danke, lieber Johannes
Lupus und ME/CFS
Lupus und ME/CFS können mehr Gemeinsamkeiten haben als viele denken!
Differentialdiagnostik und Ausschlussdiagnostik bei MCAS und ME/CFS
Seitdem die Tochter einer Freundin einige Jahre fälschlicherweise auf ME/CFS diagnostiziert wurde, was sie fast ihr Leben kostete, beschäftige ich mich auch mit der Ausschlussdiagnostik, die weder bei ME/CFS noch bei MCAS in der notwendigen Ausführlichkeit durchgeführt wird.
Die Tochter hatte Myasthenia Gravis, was erst geglaubt wurde, als sie nach über einem Jahr mit Magensonde und Rollstuhl eine schwere, lebensgefährliche Krise hatte. Erst dann erhielt sie die adäquate Medikation.
Bei einer jungen Nachbarin, bei der lange Post Covid vermutet wurde und die im Garten mehrmals zusammenbrach (und deswegen im Krankenhaus landete), fand ein vierter Arzt heraus, dass die Schilddrüse nie richtig kontrolliert wurde. Durch die Covid-Erkrankung entwickelte sich eine Hashimoto-Erkrankung. Seitdem sie die Schilddrüsenhormone bekommt, ist sie wieder ein anderer Mensch.
Natürlich können solche Erkrankung auch begleitend oder als Folge zu Post Covid, MCAS oder ME/CFS auftreten.
Ich z.B. hatte begleitend zu ME/CFS und MCAS
- eine chronische EBV und Herpes Zoster Erkrankung (nach 22 Jahren entdeckt)
- starke Nebenwirkungen eines Antidepressivums, durch das ich über 19 Jahre lang täglich Krampfanfälle hatte (nach 19 Jahren entdeckt)
Des Weiteren leide ich neben vielen anderen Begleiterkrankungen heute noch unter:
- einer Schilddrüsenunterfunktion
- chronischen Gastritis und Speiseröhrenentzündung
- exokrinen Pankreasinsuffizienz
- einer leichten Schlaf-Apnoe (Zufallsbefund)
- Laktose- und Fructoseintoleranz
M.E. ist es ist grob fahrlässig, die Ausschlussdiagnostik zu vernachlässigen. Denn entscheidend ist bei multisystemischen Erkrankungen auch eine multisystemischer Ansatz, bei dem jedes Puzzelteil seinen Beitrag zur Linderung beitragen kann.
Ähnliche Symptome wie ME/CFS weisen u.a. folgende Erkrankungen auf, die jedoch
auch als Begleiterkrankung von ME/CFS auftreten können:[i]
1. Chronische Infektionen wie Hepatitis oder Lyme-Borreliose
2. Schilddrüsenerkrankungen
3. Magen-Darm-Erkrankungen wie Zöliakie oder Morbus Crohn
4. psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
5. neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose oder Myasthenia Gravis
6. Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder das Sjögren-Syndrom
7. Krebs
8. Blutarmut (Anämie)
9. Nebenwirkungen von Medikamenten wie Antidepressiva
10. Schlafstörungen wie eine Schlafapnoe
11. chronische Schmerzerkrankungen
12.
schädlicher Drogen- oder Alkoholkonsum
Bei einer MCAS-Diagnostik wiederum müssten folgende Erkrankungen abgeklärt werden[i]:
1. Diabetes mellitus
2.
Porphyrie
3.
Hereditäre Hyperbilirubinämien
4.
Schilddrüsenerkrankungen
5.
Morbus Fabry
6.
Helicobacter-positive Gastritis
7.
Infektiöse Enteritis
8.
Parasitosen
9.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
10. Laktose- oder
Fruktoseintoleranz
11. Mikroskopische
Colitiden
12. Amyloidose
13. Briden,
Volvulus u. ä
14. Hepatitis
15. Cholecystolithiasis
16. Dunbar-Syndrom
17. Carcinoidtumor
18. Phäochromozytom
19. Pankreatische
endokrine Tumoren
20. Primäre
gastrointestinale Allergien
21. Hypereosinophiles
Syndrom
22. Hereditäres
Angioödem
23. Vaskulitis
24. Intestinale Lymphome
Montag, 28. September 2026
Warum werden SIBO-Betroffene nach wie vor so allein gelassen?
In einem früheren Beitrag erläuterte ich detailliert die verschiedenen Kohlenhydrat-Unverträglichkeiten und deren Diagnostik (Unverträglichkeit von Kohlenhydraten: Bei ME/CFS leider oft vorhanden).
Das zeigen die Selbsthilfegruppen und das Aufkommen der Darmberater und -behandler auf dem Gebiet.
Angesichts der Häufigkeit der Erkrankung darf man sich gern fragen, ob SIBO eigentlich das Synonym für den guten, alten Reizdarm ist - und ob es nicht endlich an der Zeit wäre, alle Ärzte diesbezüglich angemessen zu schulen.
Britische psychologische Gesellschaft: Update zu den ME/CFS-Guidelines
Die britische psychologische Gesellschaft veröffentlichte in diesem September ein Update zu den ME/CFS-Guidelines (siehe British Psychological Society ME/CFS Guidelines September 2026 Update by volunteer Katherine Langford).
Deutlich wurde in diesem v.a. die Grundhaltung, dass
ME/CFS eine biologische Erkrankung ist, die nicht durch psychologische Methoden geheilt werden kann. Die Rolle der Psychologie besteht daher in der Unterstützung.
Die psychologische Unterstützung kann wiederum unterschiedlich aussehen:
a) Vertrauen aufbauen,
indem man den Betroffenen glaubt, einfühlsam zuhört, ihre Lebenserfahrung respektiert und ihre Grenzen ernst nimmt.
b) im Alltag und in der Krankheitsbewältigung unterstützen
(einschließlich Trauer, Identitätswandel, Verlust der Selbstständigkeit, Einsamkeit, Unsicherheit, Hoffnung und veränderte Beziehungen)
c) Pacing unterstützen,
indem man den Betroffenen hilft, ihre Grenzen zu erkennen, ihre Aktivitäten unter Berücksichtigung ihrer Belastungsgrenzen zu planen und Schuldgefühle, Scham, Selbstvorwürfe etc. abzubauen.
d) Die Betreuung anpassen,
damit psychologische Unterstützung an das eigene Tempo sowie den Schweregrad der Erkrankung ud den Zustand des Patienten angepasst wird
e) Die psychische Gesundheit sicher fördern,
indem die Arbeit an Ängsten, Depressionen, Traumata oder anderen Schwierigkeiten so angepasst wird, dass ME/CFS-Symptome nicht falsch interpretiert werden.
f) Mit weiteren Akteuren im System zusammenarbeiten und Verständnis für die Erkrankten sowie deren Angehörige zu fordern
g) Schaden mindern,
indem Psychologisierung, Zwang und Schuldzuweisungen an die Patient*innen hinterfragt wird
g) Hilfe bei der Traumaverarbeitung,
Hierzu zählen Unglaube, Abweisung, Psychologisierung, verspätete Diagnose, medizinisches Gaslightning
GANZ WICHTIG!
Vermieden werden sollen herabwürdigende Kommentare und unangemessener Druck, die Aktivität zu steigern.
Bemerkenswert fand ich zudem folgenden Zusatz:
Nicht jeder, der an ME/CFS leidet, profitiert von einem Besuch bei einem Psychologen. Manche Menschen benötigen keine psychologische Unterstützung, werden bereits unterstützt, möchten oder müssen praktischen oder medizinischen Hilfe Vorrang einräumen oder sind nicht gesund genug, um an einer Therapie teilzunehmen.
Bei manchen kann die Therapie selbst die Symptome verschlimmern – aufgrund der körperlichen Anstrengung, die der Besuch mit sich bringt, der kognitiven Anstrengung beim Sprechen und
bei der Verarbeitung von Informationen oder der emotionalen Belastung durch das Besprechen schwieriger Erfahrungen.
Quelle: British Psychological Society ME/CFS Guidelines September 2026 Update by volunteer Katherine Langford), übersetzt mit deepl.com
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Aber die Frage bleibt:
So viele Psychotherapeuten, Psychiater und Psychologen sich sich in unterschiedlichen Ländern bewusst, dass ME/CFS eine biologische Erkrankung ist. Sie erkennen den neuroimmunoligischen sowie multisystemischen Charakter der schweren Erkrankung mit einer bemerkenswert niedrigen Lebensqualität an und wissen, dass sie die Betroffenen allenfalls wie Krebs im Krankheitsmanagement und in der Krankheitsbewältigung begleiten können.
Warum dann ist die Ignoranz und die trotzige Aufrechterhaltung der psychosomatischen Modelle bei so vielen Neurologen und Psychosomatikern nach wie vor vorhanden?
Was ist Brain Fog?
"Brain Fog" ist für mich gleichbedeutend mit
- "Mein Gehirn hat nicht genug Energie, um zu funktionieren".
- "Mein Gehirn scheint von bestimmten Bahnen abgeschnitten zu sein"
Wie es sich zeigt, dürfte sehr individuell sein.
Ich kann nur aufzeigen, was es für mich bedeutet:
a) Ich finde oft keine Wörter mehr, die ich mein ganzes Leben lang benutzt habe.
b) Ich verwechsele Worte, wenn ich zu lange Gespräche führe.
c) Obwohl ich früher vier Sprachen fließend beherrschte, bin ich heute froh, wenn ich auf Deutsch und Englisch noch klarkomme.
d) Ich lese manchmal denselben Absatz immer wieder und registriere, dass ich mir nichts gemerkt habe.
e) Ich lese manchmal Absätze und verstehe ihren Sinn nicht.
f) Lange Gespräche werden anstrengend. Ohne Zeitlimit kann ich mich nicht mehr mit Freunden treffen.
g) Multitasking, was mich früher auszeichnete, ist unmöglich geworden. Dazu gehört auch, dass ich keine Musik mehr "nebenbei" hören kann.
h) Zu schnelle Bildfolgen, Lasershows etc. erzeugen Krampfanfälle. Ich kann nur max. 1 h TV schauen.
i) Ich höre die Flöhe husten. Normale Geräusche können sich wie Folter anfühlen. Lärm ist für mich der größte Crash-Faktor.
j) Viel Trubel, viele Menschen, die durcheinander reden etc. ist nicht mehr machbar.
k) Ich vergesse Termine...
Alles in allem nicht schön.
Was hilft?
Ruhe, Pacing, Struktur und Disziplin sowie eine 1/4 Tablette Feaverin, das bei mir die Reizüberflutung etwas mindert.
Sonntag, 27. September 2026
Fortschritt beim Mastzellaktivierungssyndrom: die globalen Konsens-2-Diagnosekriterien nach sechs Jahren
Die internationale Expertengruppe um Prof. Dr. Lawrence B. Afrin und Prof. Dr. Gerhard J. Molderings hat in diesem Sommer eine umfassende Übersicht zu Diagnostik und Therapie von Mastzellaktivierungssyndromen (MCAS) und Mastozytose veröffentlicht. Auch wurde die Entwicklung der Diagnostik nach Einführung der Konsens-2-Diagnosekriterien vor sechs Jahren dokumentiert.
STIMULATE-ICP-Studie: Antihistaminika bei Post Covid
In der britischen STIMULATE-ICP-Studie wurde getestet, ob drei Wirkstoffklassen
Efficacy and safety of rivaroxaban, colchicine, and famotidine–loratadine with specialist supportive clinical care for fatigue in patients with post-COVID-19 condition in the UK: a multisite, open-label, randomised controlled trial
Dr. Kacik: Off-Label-Medikamente Stufenplan für Schwerstbetroffene bei ME/CFS
Sollen ME/CFS-ler Blut spenden? Sollten sie sich als Organspender eintragen lassen?
Ganz klares Nein! In Deutschland wurde ME/CFS-Patienten durch den Leiter des Robert-Koch-Instituts von Blut- und Organspenden abgeraten,...
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Die Therapie eines Mastzellaktivierungssyndroms besteht in erster Linie darin, die mastzellaktivierenden Trigger zu vermeiden. Dies kann die...
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Gerade wurde in einem Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung über eine erste Studie zu Naltrexone bei Long Covid und ME/ CFS berichtet http...
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Ich selbst kann drei Programme empfehlen, wobei ich mich bei der Auswahl auf die deutschsprachigen Programme konzentriert habe. M.E. ist es...






