Sonntag, 27. September 2026

STIMULATE-ICP-Studie: Antihistaminika bei Post Covid

 



In der britischen STIMULATE-ICP-Studie wurde getestet, ob drei Wirkstoffklassen
- ein Entzündungshemmer (Colchicin),
- eine Antihistamin-Kombination (Famotidin-Loratadin) und
- ein Antikoagulans (Rivaroxaban) –
die Erschöpfung bei nicht hospitalisierten Erwachsenen lindern können.

An der multizentrischen, offenen, randomisierten, kontrollierten und adaptiven Plattformstudie der Phase 3 nahmen 778 nicht hospitalisierte Erwachsene aus 12 spezialisierten Long-COVID-Kliniken des britischen Gesundheitsdienstes NHS teil.

Nach 12 Wochen zeigte sich in allen Gruppen – einschließlich der Gruppe ohne Medikamentengabe – eine Verringerung der Erschöpfungssymptome mit einer durchschnittlichen Verbesserung von 4,3 Punkten über die gesamte Studie hinweg.

Colchicin und Antihistaminika führten im Vergleich zur Standardversorgung zu geringen zusätzlichen Verbesserungen (1,49 bzw. 1,48 Punkte), während Rivaroxaban keine Wirkung zeigte.

Nach 24 Wochen waren nach Absetzen der Medikamente die Verbesserungen verschwunden - was zeigt, dass eine dauerhafte Gabe notwendig wäre. 
 
Gleichzeitig stellt das offene Studiendesign nach wie vor eine Einschränkung dar, da die Forscher einen Placebo-Effekt nicht ausschließen können. 
 
Aber deutlich wird, dass sowohl Antihistaminika als auch Colchicin sich auf das Immunsystem auswirken. Somit ist es möglich, dass diese Medikamente Immundysregulation bekämpfen, mit der Long-COVID in Verbindung gebracht wird. 
 
Für tiefere Erkenntnisse und Beweise wären weitere Studien und Untersuchungen notwendig.

In der Praxis wiederum ist die Gabe von Antihistaminika als Offlabel-Medikation inzwischen gang und gäbe. Auch Dr. Kacik aus Münster, der sich als Gefässmediziner inzwischen auf ME/CFS und Post Covid spezialisiert hat, beginnt in seinem 5-Stufen-Plan in der Regel mit der Gabe von Antihistaminika: 
Dr. Kacik: Off-Label-Medikamente Stufenplan für Schwerstbetroffene bei ME/CFS

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