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Samstag, 18. Mai 2024

Schmerztherapie


Bei ME/CFS und MCAS leiden viele Betroffene unter starken Schmerzen, die unterschiedlicher nicht sein können: Fibromyalgie, Small Fiber Neuropathie, EDS, Endometriose, Kopfschmerzen und Migräne sind Begleiterkrankungen, die zermürben. Aus diesem Grund ergibt es Sinn, sich an spezialisierte Schmerzmediziner zu wenden, die mit ihrem Knowhow weiterhelfen können.

Bei MCAS und Salicylatintoleranz sind jedoch die meisten Schmerzmedikamente unverträglich. Novaminsulfon, Aspirin und Ibuprofen sind in der Regel tabu. Manche Personen vertragen noch Coxibe, andere Paracetamol. Dritte wiederum können nur auf Opiate ausweichen. Da auch viele ME/CFSler sehr sensibel auf Medikamente reagieren, können nicht-medikamentöse Therapien wie Akupunktur, TENS-Geräte und Co. eine hilfreiche Alternative sein. Darüber hinaus sollten Sie Ihren Schmerzmediziner immer auf die Offlabel-Therapie mit LDN ansprechen. LDN ist bei dauerhaften Schmerzen sinnvoll. Wermutstropfen ist dann jedoch der notwendige Verzicht auf Opiate, was bei Operationen schwierig sein kann.

Für eine gewisse Zielgruppe können daher auch Cannabinoide (CBD, THC oder CBG) sinnvoll sein. Sowohl CBD-Öl als auch CBG sind nicht berauschend und sollen entspannend sowie gegen manche Schmerzen wirken. Oft wird auch über eine stimmungsaufhellende Wirkung berichtet. Beide Substanzen sind inzwischen ohne Rezept erhältlich.

Im Gegensatz sollte das THC mit seiner berauschenden Wirkung nur in Ausnahmefällen für schwerstkranke Menschen auf Rezept verschrieben werden. Dafür muss der verschreibende Arzt beweisen, dass die Betroffenen vorher alle anderen Optionen der Schmerztherapie ohne Erfolg getestet haben. Mit der Legalisierung von Cannabis am 1. April 2024 wurden die Rahmenbedingungen jedoch stark gelockert.  

Freitag, 17. Mai 2024

Zahngesundheit

Die Verdauung beginnt im Mund. Darüber hinaus können stille Zahnentzündungen den Körper enorm belasten. Daher ist Ihre Zahngesundheit wichtiger, als Sie vielleicht denken. Selbst wenn Ihr Zahnarzt überzeugt ist, dass Ihre Zähne gesund sind, sollten Sie einen Gegencheck machen. Denn unverträgliche Zahnersatzmaterialien, zu hohe Metallbelastung durch Zahnersatz sowie Kieferosteonekrosen (NICOs) können ein Leaky Gut aufrechterhalten und für große gesundheitliche Probleme wie Allergien, MCAS, Unverträglichkeiten, Elektrosensibilität und Co. sorgen. Daher bietet es sich an, über ein Labor Ihrer Wahl (z.B. IMD Berlin oder auch das Medizinische Labor Bremen) die enthaltenen Zahnmetalle auf Unverträglichkeit zu überprüfen und die Metallbelastung in Ihrem Speichel zu testen.

Ich war aufgrund der Aussagen meines früheren Zahnarztes überzeugt, dass mein Zahnstatus in Ordnung ist. Da mein Rantes-Wert im Blut[1] zudem sehr niedrig war, sah auch mein ganzheitlicher Arzt keine Notwendigkeit, weitere Untersuchungen zu veranlassen. Erst eine Heilpraktikerin brachte mich auf die Idee, das genauer zu überprüfen. Die Ergebnisse eines Tests auf die Metallbelastung im Speichel waren erschreckend. Ich hatte zwar keine Unverträglichkeiten, dafür aber eine 1000-fache Goldbelastung im Mund. Das Palladium war 300-fach erhöht. Auch weitere Metalle waren weit über der Norm. Damit war meine damalige Elektrosensibilität leicht erklärlich. Ich war mit meinen drei Goldkronen, die wahrscheinlich nicht mehr ganz dicht waren, eine wandelnde Batterie. Daher musste ich mir einen neuen Zahnarzt suchen, der ganzheitlich arbeitet. Mit seiner Hilfe wurden alle Goldkronen entfernt. Dabei wurde unter einer Goldkrone noch eine Amalgamfüllung entdeckt, die ein früherer Zahnarzt trotz Zusage damals nicht entnommen hat.

Rund 85 Prozent aller Erwachsenen haben die eine oder andere Zahnfüllung, wobei nach wie vor 40 Prozent aller Zahnfüllungen in Deutschland aus Amalgam bestehen.[i] Es war über 200 Jahre beliebt, da es haltbar und gleichzeitig kostengünstig war. Die gesundheitsgefährdende Wirkung des Amalgams ist daher nach wie vor umstritten. Aber klar ist, dass vor allem beim Setzen und beim Herausnehmen giftige Quecksilberdämpfe entstehen, die für Patienten und Zahnarztpersonal hochgefährlich sind. Entsprechend vorsichtig muss vorgegangen werden, wenn Amalgam-Füllungen entnommen werden, was leider nach wie vor nicht allen Zahnärzten bewusst ist. Während der Füllstoff in anderen europäischen Ländern schon längst tabu ist, wird Amalgam in Deutschland erst ab 2025 verboten.[ii] Für viele Betroffene, die unter einer hohen Quecksilberbelastung im Körper leiden, ist dies zu spät.

Wenn Sie sich Gedanken um Ihre Zahngesundheit machen, können Sie im ersten Schritt den Rantes-Wert im Blut testen lassen. Erhöhte RANTES-Spiegel im Blut kommen bei zahlreichen systemischen Entzündungserkrankungen vor wie z.B. bei Rheuma, Allergien, Asthma, Multiple Sklerose und auch einigen Tumorerkrankungen. Zudem kann ein hoher Wert auf eine oder mehrere NICOs hinweisen. Aber auch bei niedrigen, also völlig normalen Rantes-Werten können NICOs vorliegen. NICOs oder auch FDOKs sind chronische Kieferknochenentzündungen und damit entzündliche und fettig-degenerative Prozesse im Kieferknochen. Meist bilden sich diese, wenn beim Ziehen der Weisheitszähne nicht auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet wird. Darüber hinaus können NICOs auch an wurzelbehandelten Zähnen entstehen. Ihre Existenz ist in der Schulmedizin umstritten, in der Umweltzahnmedizin jedoch als gesundheitliches Problem anerkannt, das v.a. im mittleren oder höheren Alter eine große Rolle spielt. Festzustellen sind solche NICOs durch 3 D-Röntgen oder ein Dental-CT. Beides wird nicht von der Krankenkasse bezahlt, sondern muss auf eigene Kosten übernommen werden.

Das Dental-CT zeigte ein Bild des Schreckens. Bei mir wurden sechs NICOS gefunden. Darüber hinaus lief ich anscheinend schon seit über 30 Jahren mit einer gespaltenen Wurzel durch die Gegend, die durch eine misslungene Wurzelbehandlung entstanden war. Dieser Zahn hätte schon längst gezogen werden müssen, da er ein Krankheitsherd sondersgleichen war. Vor mir lagen damit sechs NICO-Entfernungen. In diesem Zuge mussten drei Zähne gezogen werden, die nicht mehr zu retten waren. Angesichts dieser Lage war ich sehr froh, einen Zahnarzt meines Vertrauens gefunden zu haben. Aufgrund meiner ME/CFS und MCAS war klar, dass ich diesen Kraftakt nur in Etappen und mit vielen Pausen schaffen konnte. Daher wurde ein Quadrant nach dem anderen geplant. Zudem wurde kein Betäubungsmittel mit Adrenalin genutzt, was die einzelnen Sitzungen verlängerte. Insgesamt sollten 18 Monate ins Land gehen, bis ich alle NICOS entfernt hatte. Wie viele Toxine in einer einzigen NICO stecken konnte, erfuhr ich nach den letzten beiden Sitzungen am eigenen Leib. Nach beiden Eingriffen hatte ich eine schwere Entgiftungsblockade. Der Körper kam mit den freigesetzten Toxinen nur schwer zurecht. Hätte ich alle sechs NICOS auf einmal entfernen lassen, wäre ich wohl zusammengebrochen.

Aber es hat sich gelohnt. Meine I-FABP-Werte in Hinblick auf Leaky Gut sind zum ersten Mal im grünen Bereich. Auch mein Knochenstoffwechsel hat sich erholt. Zum ersten Mal seit Messungen hatte ich keinen funktionellen Vitamin K2-Mangel mehr, der vorher trotz hoher Substitution immer vorhanden war. Die letzte Bestätigung bekam ich bei der letzten Osteoporose-Messung, da sich die Osteoporose zurückentwickelt hat. Die Torturen waren es wert.


Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie u.a. hier:

imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/zahnmedizin/allergien-und-unvertraeglichkeiten
imd-berlin.de/spezielle-kompetenzen/zahnmedizin/belastung-mit-metallen
https://www.deguz.de/de/fuer-fachkreise/nico/



[1] Siehe weiter unten



[i] Mikula, Tobias: „Amalgam-Zahnfüllungen: So gefährlich sind sie wirklich“, auf:

https://dentalwissen.com/amalgamfuellung/, zuletzt aufgerufen am 13.02.2024

[ii] Remus, Daniela: „Amalgam für Zahnfüllungen: Was dafür und was dagegen spricht“, auf https://www.br.de/nachrichten/wissen/amalgam-fuer-zahnfuellungen-was-spricht-dafuer-was-spricht-dagegen,TpAaJE5, zuletzt aufgerufen am 13.02.2024

Leaky Gut

Bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen ist Leaky gut vorprogrammiert. Leaky gut bedeutet so viel wie „leckender Darm“. Manchmal wird es auch mit löchrigem Darm übersetzt, was etwas übertrieben ist. Wenn sich tatsächlich ein Loch im Darm befände, wäre er durch eine Verletzung perforiert. Dann würde durch den Darminhalt, der in den Bauch gelangt, eine Peritonitis und damit eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung entstehen.[i] So schlimm ist es bei Leaky Gut nicht. Leaky Gut ist eher eine Störung der Darmschleimhautintegrität, durch die mehr Nahrungsmittelbestandteile die Grenze zwischen Darm und Körperinneren durchdringen können. Folgen sind dann u.a. chronisch entzündliche und allergische Reaktionen des Körpers. Vor allem stille Entzündungen und Autoimmunerkrankungen sollen darauf zurückzuführen sein.

Diese Diagnose ist in der Schulmedizin noch nicht anerkannt und füllt zurzeit daher einen Graubereich. Daher kann die Frage, welche Labormarker für ein Leaky Gut sprechen, nach wie vor nicht endgültig beantwortet werden. Viele Behandler nutzen den Marker „Zonulin“, der über Stuhl- oder Blutbefund überprüft wird, als einzigen Hinweis. Jedoch ist inzwischen bewiesen, dass v.a. der Zonulin-Wert bei chronischem Leaky Gut völlig unauffällig sein kann. Oft denken z.B. Betroffene, dass ihr Leaky Gut geheilt wird, weil der Zonulin-Wert gesunken ist. Aber in der Tat ist das Leaky Gut dann vielmehr nur in die chronische Phase übergegangen. Ergänzende Marker sind daher der I-FABP-Wert des Labors IMD Berlin oder das Alpha-1-Antitrypsin, das auch bei Darmentzündungen erhöht sein kann.[ii] Beide Werte sollten immer in Kombination mit Zonulin erhoben werden.

Eine sehr viel strengere Auslegung des Leaky Gut wird in der Facebook-Gruppe „Leaky Gut Forum Deutschland“ kommuniziert. Der Darmexperte Andreas Schneider ist überzeugt, dass ein Leaky Gut bereits dann besteht, wenn einer der Leitkeime wie z.B. Lactobakterien oder Bifidobakterien im Mikrobiom fehlt. Selbst wenn diese Interpretation des Leaky Gut einigen Behandlern zu weit geht, so müssen diese doch zugeben, dass eine Dysbiose starke gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Diese wiederum liegt vor, wenn das Mengenverhältnis der einzelnen Darmbakterien in der Darmflore zugunsten von pathogenen Keimen verschoben hat. Das Argument, dass 80 Prozent des Immunsystems im Darm sitzen, sollte als Grundlage für eine Darmsanierung ausreichen.

Eine seriöse Darmsanierung fusst dabei immer auf einer IST-Analyse. Anhand eines großen Mikrobiom-Befunds (z.B. über Dr. Kirkamm oder medivere) können Sie über einen Selbsttest feststellen, in welchem Zustand Ihr Mikrobiom ist. Daraus lassen sich Maßnahmen zur Darmsanierung ableiten. Leider ist dieses Thema jedoch sehr komplex. Es reicht in der Regel nicht aus, ein Leaky Gut mit Verzicht auf gewisse Lebensmittel wie Gluten und Milchprodukte zu therapieren oder L-Glutamin zusätzlich einzunehmen. Letzteres kann im Gegenteil bei einer gewissen Dysbiose sogar eher schädigen. Daher gilt es immer, die individuelle Situation genau zu betrachten und die Therapie darauf abzustimmen – vor allem wenn gleichzeitig schwere Unverträglichkeiten und Erkrankungen wie MCAS und Salicylatintoleranz vorliegen. Pflanzliche Wirkstoffe und histaminbildende Probiotika sind dann genauso schwierig wie fermentierte Nahrung, die für ein gesundes Mikrobiom normalerweise wichtig sind. Bei Fructoseintoleranz und chronisch-rezidivierender Dünndarmfehlbesiedlung fallen wiederum viele Präbiotika weg, da diese den Zustand nur verschlimmern würden.  

Manche Behandler, die eine Darmsanierung anbieten, haben jedoch nur rudimentäre Kenntnisse in Hinblick auf Dysbiosen und verfügbare Produkte. Sie sind gerade mit MCAS und Co. sehr schnell überfordert, geben dies jedoch in der Regel leider nicht zu. Stattdessen werden unverträgliche NEMs verordnet, die den Zustand der Patienten noch verschlimmern. Dies geschieht auch immer wieder in Selbsthilfegruppen, in denen nicht genügend auf die individuelle Situation des Einzelnen Rücksicht genommen wird. Daher bedarf es in der Regel achtsamer und gründlicher Recherche, um den eigenen Darm wieder in einen Idealzustand zu bringen – wobei fraglich ist, ob dies mit chronischen Erkrankungen überhaupt möglich ist. Man sollte sich aber auf jeden Fall auf den Weg der Heilung begeben und alles daransetzen, die Situation zu verbessern. Bei schweren Problemen hilft es, einen Darmexperten zu Rate zu ziehen, wobei man jedoch mit Enttäuschungen rechnen sollte. Zudem sollten Sie sich nur sehr achtsam auf Experimente einlassen. Das, was der/ dem einen schadet, kann der/ dem anderen enorm helfen. Denn jedes Mikrobiom ist individuell.

Mit Darmexperten habe ich sehr zweischneidige Erfahrungen gemacht. Bisher hatte nur ein Experte Verständnis dafür, dass bei MCAS, chronischer SIBO und Salicylatintoleranz nur bestimmte Pro- und Präbiotika eingesetzt werden können. Alle anderen verordneten mir Mittel, bei denen ich schon im Voraus wusste, dass sie bei MCAS nicht eingenommen werden dürfen. Auf meinen Hinweis bekam ich in der Regel zwei Antworten. Entweder hieß es „Etwas anderes kenne ich nicht“ oder „Die Firma sagt, dass ihre Produkte nicht histaminbildend sind.“ In der Tat behaupten manche Hersteller, dass ihre Produkte auch bei Histaminintoleranz geeignet sind, obwohl dies de facto nicht der Fall ist. Aber von einem Darmexperten erwarte ich, dass er diese Marketingbotschaften entlarvt – vor allem wenn er behauptet, dass er MCAS-Patienten behandeln kann. 

Darüber hinaus haben zwei Darmexpertinnen, darunter auch eine Ärztin einer deutschlandweit bekannten Ernährungspraxis, meinen Mikrobiom-Befund falsch interpretiert. Meine Enttäuschung und Resignation angesichts dieser Erfahrungen sind hoffentlich nachvollziehbar. Ich für meinen Teil habe mich inzwischen entschieden, auf eigene Faust zu agieren und auf das Schwarmwissen sowie meinen eigenen kritischen Geist zu vertrauen. Die Facebook-Selbsthilfeforen sind in dieser Beziehung Gold wert. Die Entwicklung meiner Mikrobiom-Befunde, die sich in kleinen Schritten, aber stetig bessern, gibt mir Recht.

 



[i] https://medlexi.de/Leaky-Gut-Syndrom, zuletzt aufgerufen am 13.02.2024

[ii] https://www.fasynation.de/das-leaky-gut-syndrom-ursachen-symptome-und-behandlung/, zuletzt aufgerufen am 13.02.2024

Der genetische BcHE-Mangel

Wenn Sie schon einmal Probleme mit Narkosen bzw. Betäubungen hatten und Nachtschattengewächse nicht vertragen, sollten Sie sich unbedingt auf einen genetischen Bche-Mangel testen lassen. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter mycholinesterase.de.

Orale Nickelintoleranz

Diese betrifft v.a. Nickelallergiker. Meist wird bei der Diagnose einer Nickelallergie nur auf Schmuck, Knöpfe etc als Auslöser geachtet. Da Nickel jedoch in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist, muss hier wie bei Histamin auf eine nickelarme Ernährung geachtet werden. Hilfreiche Nährwerttabellen finden Sie u.a. unter dem link www.nickelfrei.de/no_cache/nickel-lexikon.html

Salicylatintoleranz

Die Salicylatintoleranz ist leider noch recht unbekannt. HNO-Ärzten kennen sie als Aspirin-Allergie oder Samter-Trias, da viele Betroffene unter Polypen und Atemwegserkrankungen leiden. Die Symptome können jedoch wie bei der MCAS systemischer Natur sein und zudem eine sekundäre Histaminintoleranz hervorrufen. Dabei gibt es eine Unzahl von Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsstoffen, in denen Salicylate enthalten sind und die im Zweifelsfall Probleme bereiten können. Auch die Duftstoffunverträglichkeit behindert die Betroffenen ungemein, da es in unserer Gesellschaft kaum duftstofffreie Gebäude oder Räume gibt. Daher ist die Salicylatintoleranz, die häufig in Verbindung mit MCAS auftritt, extrem behindernd - und machte es für die Betroffenen sehr schwer, sich im Öffentlichen Raum aufzuhalten. In den skandinavischen Ländern wiederum wird mehr Wert auf Duftstofffreiheit gelegt, was sich z.B. in duftstofffreien Abteilen im ÖPNV sowie an einer sehr viel breiteren Palette an Körperpflege, Putz- und Waschmitteln zeigt.

Salicylate sind Pflanzenhormone und kommen in vielen Lebensmitteln vor (z.B. Gewürze/ Kräuter, Nüsse, Obst, Gemüse). Sie sind zudem in vielen Putz- und Waschmitteln, in der Körperpflege und Kosmetik zu finden. Bei einer Karenz sollten daher v.a. diese Mittel zuallererst ausgetauscht werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass alle Putz- und Waschmittel weder Salicylate noch Benzoate enthalten sowie duftstofffrei sind. Im nächsten Schritt sollte dann auch die Körperpflege und Kosmetik auf den Prüfstand gestellt und ausgetauscht werden, bevor bei der Ernährung auf Salicylatbomben wie Kräuter, Tees und gewisse Gemüse- und Obstsorten verzichtet wird. Schwer Betroffene müssen für eine Zeitlang eine Auslassdiät ohne Gemüse und Obst machen, bevor sie dann schrittweise wieder salicylatarmes Gemüse und Obst einschleichen können.

Sollte die Salicylatintoleranz solitär bestehen, gibt es Behandlungsmethoden wie z.B. die Provokationstherapie. Bei gleichzeitiger MCAS sind diese Provokationen jedoch zu riskant.
 
Mehr Informationen zur Salicylatintoleranz finden Sie im Science Blog von histameany.de oder auf samter-trias.de. Unter dem letzten Link finden Sie auch hilfreiche Lebensmitteltabellen, die den Histamin- und Salicylatgehalt anzeigen.

Michael Wältli, der selbst betroffen ist, stellt wiederum auf seiner Website salicylat-intoleranz.ch wertvolle Informationen zur Verfügung.

Darüber hinaus ist das Buch „Salicylat-Intoleranz, Pseudo-Allergien, Mastozytose“ von Prof. Dr. Bänkler und Prof. Dr. Moldrings im Buchhandel erhältlich. In der Facebook-Gruppe „Salicylatintoleranz“ können Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen, während Sie in dem Buch „Ein Leben mit Salicylat-Intoleranz: Grundlagen für die tägliche Praxis“ von Nina Braun auch Rezepte für Ernährung, Kosmetik und Putzmittel finden.

Zöliakie und Glutensensitivität

Eine Zöliakie ist eine ernstzunehmende Erkrankung und führt zu chronischen Darmentzündungen. Sie wird immer über eine Magen-/ Darmspiegelung und Dünndarmbiopsie abgeklärt. Die Diagnostik kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn die Betroffenen einige Monate lang Gluten zu sich nehmen. Ansonsten kann es zu falsch negativen Ergebnissen kommen.

Eine Glutensensitivität sollte damit nicht verwechselt werden. Diese führt lediglich zu einer Überempfindlichkeitsreaktion wie Magen-Darm-Beschwerden, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen. Sie kommt in unseren Breitengraden jedoch immer häufiger vor. U.a. hängt dies sicherlich mit der schlechten Qualität des Weizens, aber auch mit dem Überangebot an schlechten Backwaren zusammen.

Bei MCAS und Leaky Gut ist Gluten zudem sehr schlecht verträglich und fördert die Entzündungen. Daher ist es ratsam, zumindest zeitweise auf Gluten zu verzichten.



Histaminintoleranz



Eine Histaminintoleranz ist kompliziert. Zum einen ist sie nach wie vor bei vielen Schulärzten unbekannt. Zum anderen bieten die kundigeren Ärzte nur eine eingeschränkte Diagnostik an und beschränken sich auf die Messung der DAO-Aktivität im Blut. Wenn diese niedrig ist, heißt es: „Sie müssen histaminarm essen“. Wenn die DAO jedoch im Rahmen ist, sind viele Ärzte überfragt.

Da die Histaminunverträglichkeit jedoch nicht nur durch eine niedrige DAO-Aktivität entsteht, sollte man hier unbedingt genauer hinschauen. Die Ursachen reichen von einer fehlerhaften Verdauung, Darmstörungen (Dysbiose, Fäulnisflora, histaminbildende Bakterien, Leaky Gut), unerkannten Allergien und genetischen Abbaustörungen (HNMT und DAO) über Hormonstörungen (Östrogenüberschuss) und Problemen mit der Zahngesundheit (NICOs und unverträgliche Zahnmaterialien) bis hin zu Schwermetall- und Schimmelbelastung, Entgiftungsstörungen sowie anderen Unverträglichkeiten wie Salicylat- oder orale Nickelintoleranz. Im schlimmsten Fall leidet der Betroffene unter einer Mastzellerkrankung (MCAS oder Mastozytose).

Dabei können die Ursachen gleichzeitig auftreten. Ich z.B. leide unter einem genetischen Mangel und damit unter einer HNMT-Abbaustörung sowie unter einer starken MCAS. Darüber hinaus wurden bei mit sechs NICOS sowie horrende Metallwerte im Speichel aufgrund von Zahnersatz festgestellt. Und nicht zuletzt ist ein rezidivierendes Leaky Gut wie auch eine Salicylatintoleranz vorhanden, was alles nicht besser macht. Und die DAO schwächelt. Einiges ist heilbar, anderes muss akzeptiert werden.

Daher ist eine gründliche und umfassende Diagnostik unabdingbar. Wer sich mit diesem Thema eingehender beschäftigen möchte, dem rate ich zur Lektüre des Buches „Histamin-Irrtum“ von Kyra Kauffmann und verweise auf einen Artikel „Histamin-Intoleranz: Ein Großteil der Patienten profitiert von vier Maßnahmen“ im Medical Tribune.[i] Die hilfreichsten Nährwerttabellen in Hinblick auf Histamingehalt und Histaminliberatoren finden Sie in der SIGHI-Liste oder in der Baliza-App.

Die MCAS wird in diesem Blog anderweitig beschrieben.


[i] Menzel, Stefanie (2024):

Histaminintoleranz: Ein Großteil der Patienten profitiert von vier Maßnahmen, auf https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/ein-grossteil-der-patienten-profitiert-von-vier-massnahmen

Unentbehrlich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Die Baliza-App


Wer unter verschiedenen Unverträglichkeiten leidet, braucht Unterstützung bei der Auswahl von Lebensmitteln. Eine große Hilfestellung bietet hier die Baliza-App bzw. die App Histamin, Fructose & Co. Sie wird von vielen Ärzten und Ernährungs­beratern empfohlen und hat bereits zahlreiche Aus­zeichnungen erhalten.

Weitere Informationen zu dieser App finden Sie unter folgendem Link:
https://www.baliza.de/apps/histamin.html

Unverträglichkeit von Kohlenhydraten: Bei ME/CFS leider oft vorhanden

Leider leiden etliche Betroffene von ME/CFS an einer Unverträglichkeit von Kohlenhydraten. Dies hat unterschiedliche Gründe. Daher ist eine umfangreiche Diagnostik notwendig, wobei Gastroenterologen leider zu wenig Wissen um die einzelnen Ursachen haben. Inzwischen kennen die meisten immerhin die Laktose-, Fructose- und Sorbitintoleranz. Aber schon bei der Dünndarmfehlbesiedlung endet das Wissen vieler Fachärzte. Daher sind viel Eigenintiative, Eigentestungen sowie die Inanspruchnahme ausgewählter Fachärzte notwendig, um dem Rätsel ein Ende zu setzen.

Gewisse KH- Unverträglichkeiten werden über einen sogenannten H2-Atemtest gemessen. Dazu gehören:

·        Laktoseintoleranz

·        Sorbitintoleranz

·       Fructoseintoleranz

·        Wasserstoff-Dünndarmfehlbesiedlung/ SIBO


Dieser Test hat sich bewährt, um eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Kohlenhydrate (KH) nachzuweisen. Bei KH-Unverträglichkeiten gelangt der jeweilige Zucker unverdaut aus dem Dünndarm in den Dickdarm, wo er dann von den Bakterien der Darmflora zersetzt wird. In diesem Prozess entsteht unter anderem Wasserstoff (H2), wohingegen im normalen menschlichen Stoffwechsel kein H2 anfällt.

Bei einem solchen Test muss der Proband eine laktose-, fruktose-, glukose- oder sorbithaltige Lösung trinken. Parallel muss er in bestimmten Abständen in ein Röhrchen pusten. Die Atemluft wird danach gemessen. Wenn der Anteil an Wasserstoff in der Ausatemluft ansteigt, ist eine Unverträglichkeit vorhanden.

Wird eine Laktoseintoleranz festgestellt, sollte man auf laktosehaltige Milchprodukte verzichten. Inzwischen gibt es zum Glück in jedem Supermarkt laktosefreie Produkte im Angebot. Darüber hinaus können Sie z.B. im Restaurant oder Café auch Laktase-Enzyme nutzen, die in der Apotheke erhältlich sind.

Bei einer Fructoseintoleranz ist es etwas schwieriger. Fruchtzucker kommt nicht nur in Früchten vor, sondern auch in manchen Gemüsesorten. Darüber hinaus ist er in Honig, Haushaltszucker sowie als Zuckeraustauschstoff in diversen Fertigprodukten wie Süßwaren, Gebäck, Tütensuppen etc. zu finden.

Bei einer Fructose-Malabsorption wird laut den Ernährungsdocs auch Sorbit nicht vertragen. Sorbit (E 420) ist ein sogenannter Zuckeralkohol, der v.a. in Kernobst wie Birnen, Äpfeln, Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen steckt. Überdies wird er als Zuckeraustauschstoff oder Feuchthaltemittel in zahlreichen Fertigprodukten und als Trägerstoff in Arzneimitteln verwendet. [i] Spätestens hier kommen Sie nicht darum herum, beim Einkaufen die Zutatenlisten zu studieren und Detektiv zu spielen. Lebensmittel-Listen wie z.B. die Baliza App unterstützen Sie dabei. Auch die Lebensmitteldatenbank von Doris Pass, in der man die unterschiedlichen Unverträglichkeiten nach Stärke eingeben kann, kann vor allem anfangs von unschätzbarem Wert sein.

Bei erworbener Fructose- und Sorbitintoleranz kann zudem eine anfängliche Auslassdiät sinnvoll sein, um später wieder einige Lebensmittel einzuschleichen.

Sowohl die Fructose- und Sorbitintoleranz können wiederum durch eine Dünndarmfehlbesiedlung begünstigt sein. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung breiten sich Dickdarm-Bakterien wie Bifidobakterien, Klebsiella oder auch pathogene Erreger im Dünndarm aus. Dadurch kommt es zu einer Fehlgärung, bei der wiederum größere Mengen Wasserstoff oder auch Methan entstehen.

Eine Sonderrolle stellt die IMO (Intestinale Methanogenüberwucherung) dar, die sich durch zu hohe Methanbildner im Mikrobiom auszeichnet. Theoretisch kann eine solche mit einem Laktulose-Atemtest festgestellt werden, der in der Regel als Selbsttest durchgeführt werden muss. Inzwischen gibt es einige seriöse Anbieter bzw. Labore im Internet, die diesen anbieten. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dieser Test des Öfteren falsch positiv ausfällt. Eine Alternative bietet ein großer Mikrobiom-Test von medivere.de oder Dr. Kirkamm, in dem die Anzahl der Methanbildner festgestellt wird. 

Zu guter Letzt gibt es noch die Schwefelwasserstoff-SIBO, die sich durch eine Unverträglichkeit von Schwefel auszeichnet. In Deutschland existiert leider noch kein Atemtest zur Diagnostik. Aber ein großer Mikrobiom-Test, der auch die sulfatreduzierenden Bakterien abbildet, bringt diesbezüglich Klarheit.

Sollte eine Dünndarmfehlbesiedlung/ SIBO oder IMO vorliegen, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden, die von der Gabe eines Antibiotikums bis hin zu Fasten reichen. Selbstverständlich sollte sein, auf Zucker zu verzichten und Kohlenhydrate einzuschränken. Leider werden diese Behandlungsmethoden allesamt nicht von der Kassenmedizin bezahlt, sondern müssen selbst getragen werden. Inwieweit welche Methode für den Einzelnen sinnvoll ist, sollte zusammen mit einem Spezialisten abgeklärt werden. Es kann gute Gründe dafür geben, die aggressiven Methoden zu vermeiden. Z.B. sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die SIBO immer wieder aufkommt, wenn die Ursache dafür nicht bereinigt wird. Sie ist dann rezidivierend. Daher ist meist eine weiterführende Diagnostik (Pankreas, Magensäuremangel etc.) notwendig.

Detaillierte Informationen dazu finden Sie u.a. in der Facebook-Gruppe „Dünndarmfehlbesiedlung/ SIBO Deutschland“. Dort finden Sie in den Dateien eine Worddoc-Datei, die ausführlich über Entstehung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge informiert.

Denken Sie bei Problemen mit Kohlenhydraten aber bitte auch an eine Insulin-Resistenz als Vorstufe zu Diabetes. Und zu guter Letzt kann eine KH-Unverträglichkeit auch auf Leaky Gut und kaputte Brush Borders zurückgeführt werden. Hier ist die Studienlage jedoch dünn - und die Betroffenen meist auf sich allein gestellt. Mit bestimmten Enzymen kann hier jedoch versucht werden, die KH besser zu verdauen. 



[i] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fructoseintoleranz-Symptome-und-Behandlung,fruktoseintoleranz100.html, zuletzt aufgerufen am 13.02.2024

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben zu ME/CFS

Die Anfrage für assistierten Suizid steigt unter ME/CFS-Betroffenen. Denn irgendwann ist die Kraft erloschen, v.a. wenn das System in keiner...